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Experten referierten bei Adipositas-Tagen im Evangelischen Krankenhaus

Artikel vom 04.03.2010 - 21.00 Uhr

Experten referierten bei Adipositas-Tagen im Evangelischen Krankenhaus

Gießen (vo). 265 Kilo zeigte die Waage, die Thomas Beck sich nach seinem ersten Arztbesuch seit sieben Jahren gekauft hatte. Den harten Weg zum Normalgewicht schaffte der heute 34-Jährige nur durch seinen eisernen Willen. Von seinen Erfahrungen berichtete er am Mittwoch bei den Giessener Adipositas-Tagen im Evangelischen Krankenhaus.
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»Die Gewichtsreduktion bringt die Gesundheit zurück, die Plastische Chirurgie aber die Lebensfreude.“ Das ist das Credo von Chefarzt Dr. Afschin Ghofrani, der zu der Veranstaltung eingeladen hatte. Sie sollte der Startschuss zu einem Netzwerk von Spezialisten werden, um den Patienten mit einer Therapie aus einer Hand bestmöglich helfen zu können.

Als Plage des 21. Jahrhunderts charakterisierte Oberarzt Dr. Elias Polykandriotis die immer stärker um sich greifende Adipositas, zu deutsch »Fettsucht«. Davon spricht man ab einem Body-Mass-Index von 30 (BMI = Gewicht in Kilogramm durch Körpergröße in Metern hoch zwei). Diese lebensbedrohliche Krankheit sei die Ursache vieler schwerer Folgeerkrankungen, zum Beispiel Bluthochdruck und Diabetes, aber auch von psychischen Störungen. Die Lebensqualität liege häufig unter der von Krebspatienten. Diäten allein brächten meist nur einen Jojo-Effekt, auch mit medikamentöser Therapie sei der Gewichtsverlust selten von Dauer. Eine drastische Gewichtsabnahme und damit die Besserung vieler Krankheiten erziele die Chirurgie.

Unterschiedliche Techniken der Magenoperation erläuterte Dr. Sophie Krüger, Fachärztin am Adipositaszentrum Erlangen-Schwabach. Dieses Zentrum sei mit speziellen OP-Tischen, Betten, Rollstühlen, Waagen und Patientenwäsche in Übergrößen ausgestattet. Wichtig sei vor allem die Kooperation der Fachabteilungen im Haus und die interdisziplinäre Zusammenarbeit bis hin zur lebenslangen Nachsorge.

Von den Krankenkassen würden Operationen in der Regel ab einem BMI von 35 bis 40 und dem Nachweis erfolgloser Ausschöpfung aller konservativen Behandlungsmöglichkeiten wie Diät, Sport und Psychotherapie übernommen. Im Sinn einer Stufentherapie könne auch die Behandlung mit Pharmaka und technischen Hilfsmitteln wie einem Magenballon vorangehen.

Mit einem Magenband oder einem so genannten Schlauchmagen könne die Menge des Essens verkleinert werden. Der Magen-Bypass dagegen verringere die Auswertung der Nahrung durch einen kürzeren Kontakt des Speisebreis mit den Verdauungssäften. Sie ging auf die jeweiligen Vor- und Nachteile ein und betonte, dass die Mitarbeit der Patienten lebenslang notwendig bleibe, zum Beispiel mit kontrolliertem Essen, Bewegung und der Einnahme von Vitaminen und Spurenelementen. Zu empfehlen seien Selbsthilfegruppen.



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Artikel vom 04.03.2010 - 21.00 Uhr
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