Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Stadt » Übersicht »

Exkursion der Lokalen Agenda 21-Gruppe an die Lahn

Artikel vom 06.02.2012 - 15.30 Uhr

Exkursion der Lokalen Agenda 21-Gruppe an die Lahn

Gießen (chs) Knapp 30 Besucher waren am Samstag bei eisigen Temperaturen zu der Infoveranstaltung der Gruppe Landesgartenschau der Lokalen Agenda 21 (LA21) an die zugefrorene Lahn gekommen.

nordstadt1_060212_4c_1
Lupe - Artikelbild vergrössern
Guntram Ohm-Winter (links, mit Sonnenbrille) erläutert die Pläne zum Fischfenster, die Katja Bürckstümmer (2. v. r.) in die Höhe hält. (Foto: chs)
Sie erfuhren, dass es im Bereich »Zu den Mühlen« zu einer Verbesserung der Verkehrssituation durch die Landesgartenschau kommen soll. »Es geht dabei auch um Stadtentwicklung«, sagte der Sprecher der Gruppe, Andreas Merkel, zu Beginn der Ortsbegehung.



So solle ein »Boulevard« entstehen, der zum »Flanieren« einlädt. Außerdem werde eine Tiefgarage mit 140 Plätzen gebaut und ein Bahndurchstich in Höhe der Dammstraße kommen. Der könne – das hätten Studien Anfang der neunziger Jahre gezeigt – im Sommer sogar zu einer besseren Frischluftversorgung der Innenstadt führen. »Der Durchstich soll eine Einbahnstraße werden, die Zufahrt dazu nicht«, sagte die städtische Koordinatorin der LA21-Gruppe, Katja Bürckstümmer. So werde verhindert, dass Autofahrer die Unterführung nutzten, um unter Umgehung der Ampel am Oswaldsgarten in die Weststadt zu gelangen.

Natürlich sollten auf dem Gelände noch weitere Projekte entstehen. Ein Seniorenheim etwa mit 120 Plätzen, eine Sommerbar dort, wo derzeit eine einzelne Backsteinmauer steht. Und bei der Rollschuhbahn werde bis 2014 ein Spielplatz errichtet, erklärte Bürckstümmer. »Das führt zur Belebung in diesem Bereich.« Bei dem sogenannten Fischfenster soll die Treppe durch eine rollstuhl- und kinderwagengerechte Rampe ersetzt werden. Zudem entstünden dort die Lahnterrassen, ein Glaspavillon mit Flussblick. Und Guntram Ohm-Winter, der in seiner Eigenschaft als Dezernatsleiter Fischerei beim Regierungspräsidium gekommen war, berichtete, dass dort ein Informationszentrum über Fische eingerichtet werde.

Die Arbeiten für die neue Rad- und Fußgängerbrücke über die Lahn sind schon im Gang. Dort, wo die Sudetenlandstraße auf die Bootshausstraße trifft, sind bereits einige Grundstücke abgeräumt. Überall liegen Reste von Maschendrahtzaun, Bagger stehen bereit, Absperrband flattert. Wie das Bauwerk aussehen soll – nämlich mit hängenden Stahlseilen und Pylonen – zeigte Katja Bürckstümmer mit einer Entwurfsskizze, die so lang war, dass ihr Ohm-Winter beim Entfalten zur Hilfe kommen musste.

Nach knapp anderthalb Stunden Begehung erläuterte Merkel beim abschließenden Gespräch im Bootshaus noch einmal die Daten zum Bahndurchstich. Baubeginn soll im Mai dieses Jahres sein, die Bauzeit betrage zehn Monate. Während der Arbeiten ermöglichten Gleishilfsbrücken den normalen Schienenverkehr. Er gab zu, dass es für eine effiziente Versorgung der Innenstadt mehrere Durchstiche geben müsste, was natürlich finanziell schwierig sei. »Ein Witz«, kommentierte ein Besucher.

Auch auf die Gegner der Landesgartenschau gingen die Teilnehmer ein. Allgemein wurde bedauert, dass niemand von der Bürgerinitiative »Gegen diese Landesgartenschau« bei der Informationsveranstaltung am vergangenen Dienstag in der Kongresshalle auf dem Podium mitdiskutiert hat. »Ich finde es nicht gut, Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich eine schlechte Informationspolitik vorzuwerfen«, sagte Ohm-Winter. Auch Merkel fand, dass die Pläne frühzeitig für alle ausgelegen hätten. »Man kann auch nicht jeden per Flugblatt informieren.« Dem stimmte zwar einer der Teilnehmer zu, merkte aber an, dass Kritik an den Gartenschau-Plänen nach wie vor angebracht sei.

Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 06.02.2012 - 15.30 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Leserkommentare
(06.02.2012 19:40)
wolf
Sichtachse Lahn-Hoherodskopf
Wenn der Sprecher der AGENDA-Gruppe hier schon von 'Stadtentwicklung' spricht, sollte er der Fairness halber auch erwähnen, dass dies ganz in seinem Sinne geschieht. Schließlich tritt er zugleich als Immobilienmakler bei der Vermarktung des Investorenprojektes 'Zu den Mühlen' in Erscheinung.
Aber im Seltersweg die Mitglieder der BI zu beschimpfen und ihnen 'niveauloses Plakatieren' vorzuwerfen, ist ja einfacher, als mit offenen Karten zu spielen und auch solche 'Interessenskonflikte' offenzulegen.
Aber dies sind genau die Punkte, welche die Bevölkerung zu honorieren weiß!
Die Befürworter und Profiteure der LGS schaffen es immer wieder, dass das doppelte Spiel von manchen Beteiligten immer durchschaubarer wird.
Und das ist gut so. Mir scheint, dass die Akteure auf der Befürworterseite vorher einen Kurs 'Wie schieße ich mir selbst ins Knie und trete dabei noch in jedes sich bietende Fettnäpfchen' absolvieren mussten. Denn von den ganzseitigen Anzeigen in der Lokalpresse über die eilends organisierten Info-Stände im Seltersweg bis zu den immer neu durchsickernden Fakten gingen bis zuletzt alle Schüsse 'nach hinten los'!
Und wenn es nach dem AGENDA-Sprecher ginge, würde die Bahntrasse künftig zur Hochbahn und aufgeständert - wie wäre es mit einer Sichtachse vom Klinkel'schen Wehr über die 'Wissenschaftsachse' am Schwanenteich bis zum Hoherodskopf???
Es bleibt spannend, was uns noch alles 'aufgetischt' wird???
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang