Gießen-Kleinlinden (pm). In der Kleinlindener Markwaldsiedlung leben seit einigen Monaten drei Franziskanerinnen in einem Kovent, der kleinsten Form einer Ordensniederlassung. Besucher, die mit ihnen beten und singen wollen, sind willkommen.
Schwester Theresia, Schwester Isabella und Schwester Benedikta (v.l.) bilden die Ordensniederlassung der Franziskanerinnen in Kleinlinden. (av)
Andernorts werden Ordensniederlassungen geschlossen, weil Nachwuchs fehlt. Gelegentlich kann diese bedauerliche Tatsache auch eine positive Kehrseite haben. Seit einigen Monaten besteht in Kleinlinden ein neuer Schwesternkonvent von drei Franziskanerinnen. Genau genommen leben Schwester Benedikta Hauke und Schwester Theresia Jansz schon seit vier Jahren in einer kleinen Drei-Zimmer-Wohnung in der Markwaldsiedlung. In ihrer neuen Nachbarschaft wurden sie bestens aufgenommen, betonen sie selbst, und bei den Fahrgästen der Stadtbuslinie 1 sind die Schwestern mit dem weißen Schleier schon allgemein bekannt.
2006 kamen die beiden Schwestern mit Erlaubnis ihrer Regionaloberin und ihrer Generaloberin in Tschechien nach Gießen. Ihre vorige Wirkungsstätte, das Altenheim St. Franziskus in Arnstorf in Niederbayern, wurde vom Orden an den Caritasverband übergeben. Die wenigen dort noch tätigen Ordensschwestern fanden neue Aufgabenfelder. Sr. Benedikta und Sr. Theresia entschlossen sich, nach Gießen zu gehen, um hier ihre Mitschwester Sr. Isabella Schwarzer, die schon jahrzehntelang als Sozialpädagogin beim Migrationsdienst des Caritasverbandes Gießen und ehrenamtlich bei der Bahnhofsmission in Gießen arbeitete, zu unterstützen und gemeinsam mit ihr eine kleine Gemeinschaft aufzubauen.
Anfang dieses Jahres konnten die Schwestern eine geräumige Doppelhaushälfte in der Markwaldsiedlung beziehen. Damit erfüllte sich ihre Vision einer eigenen Hauskapelle. Der große Wohnraum des Hauses ist dafür wie geschaffen. Die sakralen Einrichtungsgegenstände wie Altar, Tabernakel und Bänke stammen aus aufgelösten Kapellen der Schwestern vom Göttlichen Erlöser, waren in privater Initiative zwischengelagert und wurden jetzt den Franziskanerinnen zur Verfügung gestellt. Der Mainzer Bischof, Kardinal Lehmann, hat bereits die Erlaubnis erteilt, in diesem Tabernakel das Allerheiligste aufzubewahren. Mit diesen Voraussetzungen wurde die kleine Gemeinschaft von ihrer Ordensleitung zum »Konvent« erklärt, der kleinsten eigenständigen Gliederung, mit Sr. Benedikta als Oberin.
Die kirchliche Segnung (Benediktion) der Hauskapelle und des Schwesternhauses wird Weihbischof Dr. Werner Guballa aus Mainz am 2. Juli vornehmen. Dazu laden die Schwestern jedermann ein. Nach der Segnung werden die Schwestern gemeinsame Gebetszeiten auch öffentlich bekannt machen; sie freuen sich über Gäste, die mitbeten und mitsingen.
Ordensschwestern mitten unter ihren Mitmenschen wollen die Kleinlindener Franziskanerinnen sein. Und das auch in ihren praktischen Tätigkeiten: Sr. Isabella ist auch nach ihrem beruflichen Ruhestand ehrenamtlich engagiert bei der Gießener Bahnhofsmission. Immer noch suchen Menschen mit Lebensproblemen ihren erfahrenen Rat. Sr. Theresia ist tätig in der häuslichen Altenpflege. Sr. Benedikta leitet als Oberin die Gemeinschaft und führt den gemeinsamen Haushalt. Darüber hinaus stehen die Schwestern für häusliche Hospizbegleitung zur Verfügung.
Pfarrer Hermann Josef Zorn von der St. Bonifatiusgemeinde, zu der die Kleinlindener Katholiken gehören, weiß die ehrenamtliche Mitwirkung der Schwestern in der Seelsorge sehr zu schätzen. In Kleinlinden bringen sie die Krankenkommunion zu Hauskranken. Sr. Theresia ist geübte Orgelspielerin bei Gottesdiensten. Pfarrer Zorn hebt die gesamtkirchlich geprägte Spiritualität des kleinen Konvents hervor. Hier werde keine Sektiererei betrieben sondern eine tragfähige Frömmigkeit mit dem weiten Horizont der weltweiten Kirche. Dazu gehören auch gute Kontakte zu den evangelischen Mitchristen. Diese wurden in vertrauensvollen Gesprächen mit dem Kleinlindener Pfarrer Ekkehard Landig vertieft.
Das BID Marktquartier will dauerhaft ein Kinderkarussell auf den
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