Enkel der im KZ ermordeten Klara Katz besuchten Gießen
Gießen (srs). Drei Enkel der 1944 im Konzentrationslager Theresienstadt ermordeten jüdischen Wieseckerin Klara Katz haben bis Donnerstag für drei Tage Gießen besucht. Die bei Tel Aviv lebenden Hadassa Katzin (l.) und Yaeir Katz (2.v.l.) sowie Nomi Brautmann (r.) aus Haifa besuchten mit ihren Ehepartnern von an Dienstag unter anderem die Synagoge, den Friedhof und das einstige Haus ihrer Großmutter in der Kirchstraße 5.
Vor dem Haus halten heute »Stolpersteine« die Erinnerung an Klara Katz sowie an deren Tochter, der ebenfalls in Theresienstadt getöteten Lina Katz, präsent.
Die Gäste aus Israel unternahmen am Dienstag eine Fahrt nach Niederweidbach, dem Geburtsort von Klara Katz, geborene Simon. Am Abend empfing Oberbürgermeisterin Dietlind-Grabe Bolz (M.) sie im Rathaus zu einem halbstündigen Treffen und überreichte ihnen das Buch »Stätten der Juden in Gießen« von Thea Altaras. Die Besucher überbrachten wiederum Grüße vom Träger der Hedwig-Burgheim-Medaille, Josef Stern, sowie vom langjährigen Bürgermeister der Partnerstadt Netanya, Dr. Avraham Bar Menachem.
Die Wieseckerin Ursula Schroeter führte und begleitete die Gäste während der drei Tage. Sie hatte bei ihren umfangreichen Recherchen für die »Stolpersteine« Kontakt mit der Familie geknüpft und bis heute gehalten.
Nomi Brautmann, Hadassa Katzin und Yaeir Katz sind allesamt Kinder von Julius Jehuda Katz, Sohn von Klara Katz. 1910 war er in Wieseck geboren und als Bankangestellter tätig gewesen. 1935 war er über Litauen nach Palästina ausgewandert und hatte sich in Haifa niedergelassen, wo er zunächst als Landwirt und später als Geschäftsführer einer Kartonfabrik tätig war und mit seiner Ehefrau Hanna bis zu seinem Tod 1995 lebte. (Foto: srs)
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