Elefantenklo: Neun Tonnen schwere Rolltreppen in Nachtarbeit eingepasst
Gießen (fd). Manchmal liefen sie, meistens liefen sie jedoch nicht - und dann liefen Anwohner und Passanten notgedrungen selbst: Doch mit dem Einbau von vier neuen Rolltreppen am Elefantenklo sollen die Probleme an der Fußgängerbrücke Selterstor nun dauerhaft gelöst sein.
Millimeterarbeit verrichteten David Renner und Co. in der Nacht zum Donnerstag am Selterstor. (Foto: fd)
Nur vier Mitarbeiter von ThyssenKrupp aus Hamburg passten die jeweils neun Tonnen schweren Ungetüme in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag mit schwerem Gerät in die Fußgängerbrücke ein. Schon vor zwei Wochen waren die ausrangierten Vorgänger der neuen Fahrtreppen am Seltersweg und an der Frankfurter Straße demontiert worden. Bis zur TÜV-Abnahme und endgültigen Inbetriebnahme am 1. Oktober bleiben die elektrisch betriebenen Aufgänge in der Innenstadt jedoch noch für den Fußgängerverkehr gesperrt.
In Millimeterarbeit passten David Renner, Technischer Leiter der Baumaßnahmen, und seine Mitarbeiter die rund 15 Meter langen Maßanfertigungen zwischen Karstadt und Darré sowie am Aufgang Frankfurter Straße in die Auflageformen am Fuß und auf dem Elefantenklo ein. Die neun Tonnen schweren Rolltreppen an einem Kran hängend in die richtige Position zu bringen, sei gerade am Eingang des Selterswegs »genauso schwierig, wie ein Kamel durch das sprichwörtliche Nadelöhr zu zwängen«, erklärte Renner. Insbesondere die in der Mitte des Weges frei stehende Uhr habe die Montage erschwert. Zu größeren Problemen sei es dennoch nicht gekommen.
»Hervorragend« habe die Zusammenarbeit mit der Stadt funktioniert, lobte Renner: Das Tiefbauamt hatte die Auflageformen am Fuß sowie auf der Fußgängerbrücke selbst präzise hergerichtet, sodass das Einpassen der Treppen reibungslos funktioniert habe. Innerhalb von fünf Stunden waren die vier Zugänge montiert. Der Verkehr wurde nur für wenige Minuten während der Anlieferungen der Treppen mit vier Lkw in größerem Umfang beeinträchtigt. In einem Stück wurden die neuen Zugänge zur Fußgängerbrücke extra aus Hamburg geliefert - ThyssenKrupp ist der einzige Produzent in Deutschland, der überhaupt noch Rolltreppen herstellt. Die Kosten für die Stadt belaufen sich für alle vier Fahrtreppen inklusive Montage auf insgesamt rund 750 000 Euro.
Während die Treppen nun also bereits fest in ihren Sockeln stehen, folgt die Inbetriebnahme erst am 1. Oktober - es stehen noch die Verkabelung sowie die Abnahme durch den TÜV aus. Bis es soweit ist, bleiben die Fahrtreppen abgesperrt. Ein Jahr nach dem Beschluss des Parlaments ist ein Ende der Unpässlichkeiten am Elefantenklo aber abzusehen.
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