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Eislaufen im Theaterpark statt auf Kirchenplatz?

Artikel vom 20.03.2010 - 10.00 Uhr

Eislaufen im Theaterpark statt auf Kirchenplatz?

Gießen (ta). Das BID Theaterpark betont: Bahn wäre attraktiver und gratis für die Stadt. Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich will die "Grüne Lunge" aber nicht antasten.
Eislaufen unter Glas: So wie kürzlich in Butzbach könnte sich im nächsten Winter das rutschige Vergnügen in Gießen präsentieren
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Eislaufen unter Glas: So wie kürzlich in Butzbach könnte sich im nächsten Winter das rutschige Vergnügen in Gießen präsentieren - wenn es nach dem BID Theaterpark geht. (Foto: pv)
Verschmutzte Stoffrollen auf dem Kirchenplatz erinnerten die Passanten noch Wochen nach dem Abbau daran, dass hier um die Jahreswende wieder zwei Monate lang eine Eisbahn gestanden hatte. Auch der aktuelle Anblick des Platzes, der einst als »Oase der Ruhe« umgestaltet worden war, wirkt wenig erbaulich. Doch wenn es nach dem BID Theaterpark geht, könnten die Gießener und ihre Gäste im kommenden Winter eine Eislaufanlage bekommen, die nicht nur professioneller betrieben wird, sondern auch ein idyllischeres Ambiente hätte: Geschäftsführer Markus Pfeffer hat die Idee ins Spiel gebracht, die Anlage im Theaterpark zu errichten, mit Überdachung, größerer Fläche und zwischen illuminierten Bäumen. Die Gießener Umweltdezernentin Gerda Weigel-Greilich mag sich mit diesem Gedanken aber nicht anfreunden. Die grüne Lunge in der Innenstadt dürfte nicht angetastet werden, lautet ihr Credo, das auch der langjährigen Linie des Gartenamtes entspricht.

Der Theaterpark sei ihr auch schon für andere Veranstaltungen ins Gespräch gebracht worden, etwa für eine Ausdehnung von Stadtfest und Krämermarkt, erläuterte die Bürgermeisterin auf AZ-Anfrage. Eine große zusammenhängende Grünfläche ohne Rummel sei aber wichtig als Erholungsraum für die Menschen und als Frischluftschneise für die City. Kommerzielle Nutzungen sollten deshalb nicht zugelassen werden, unterstrich Weigel-Greilich; die einzige Ausnahme solle auch weiterhin für den Tag der offenen Tür des Stadttheaters gemacht werden.

»Hinterher sähe es dann dort so aus wie jetzt auf dem Kirchenplatz«, warnt die Umweltdezernentin davor, den Rasen monatelang mit einer Eisbahn zu überdecken. Genau dieses Argument mag Markus Pfeffer aber nicht gelten lassen: Wenn das Gras wirklich abgestorben sei, könne es problemlos und relativ preiswert durch das Verlegen von Rollrasen ersetzt werden, betont er. Im Übrigen werde der Kirchenplatz regelmäßig neu eingesät.

Der BID-Geschäftsführer führt für seine Idee außerdem das Kostenargument ins Feld. Er schätzt, dass die Eisbahn pro Saison etwa 40 000 Euro Betriebskosten verursacht, in die sich Wohnbau-Service GmbH, Stadtwerke und Gießen-Marketing teilen. Wenn die Bahn von einem professionellen Aufsteller auf eigene Rechnung betrieben würde, sei sie für die öffentliche Hand gratis, versichert er. Am Gesamtaufwand würde sich gewiss dann auch das BID Theaterpark beteiligen.

Dem Einwand, dass bei einem Betreiberwechsel die bisher moderaten Eintrittspreise (Erwachsene 2,50 Euro, Kinder 1,50 Euro) und Leihgebühren für Schlittschuhe nicht gehalten werden könnten, hält Pfeffer entgegen, dass dafür die Bedingungen weitaus attraktiver wären als bei der Schlichtlösung auf dem Kirchenplatz. Allein der Schutz vor Regen durch die Überdachung mache die Bahn ungleich einladender.

Da es keine unmittelbare Wohnnachbarschaft gebe, könne die Bahn auch länger als am Kirchenplatz stehen bleiben, glaubt der Veranstaltungsorganisator. Gut vorstellbar sei, dass der nichtkommerzielle »Weihnachtsmarkt der Herzen« vom Kirchenplatz mit in den Park umzieht. Und wenn die Eisbahn zu einem winterlichen Publikumsmagneten für Gießen werden soll, gehörten natürlich auch die einschlägigen Imbiss- und Getränkestände dazu.

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Artikel vom 20.03.2010 - 10.00 Uhr
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