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Ein Wochenende mit dem Trololo-Mann

Artikel vom 30.07.2012 - 10.45 Uhr

Ein Wochenende mit dem Trololo-Mann

Gießen (chs). Der Raum in der Wohnung am Gießener Lindenplatz ist vollgestellt mit leeren Flaschen und Tellern. Benutztes Besteck liegt herum, ein Aschenbecher quillt über. Damon und Joel haben einen fast 50-stündigen Videomarathon hinter sich, um damit Geld für einen guten Zweck zu sammeln. Wer am längsten durchhält, gewinnt.

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Nach fast 50 Stunden Dauerberieselung durch eine nervtötende Endlosschleife haben sie es bald geschafft: Damon, Kaan und Joel (v. l.) kurz vor Ende des Videomarathons. (Foto: chs)
Der junge Gießener Medizinstudent Kaan Bülte hat sich diesen ebenso skurilen wie karitativen Wettbewerb, der live im Internet übertragen wird, ausgedacht – ein lobenswertes Beispiel, das in der großen Internetgemeinde viele Nachahmer finden könnte. Für die fünf Gießener Teilnehmer in einer Wohnung am Lindenplatz war die Aktion allerdings mit einem ziemlich strapaziösen Wochenende verbunden.

Die fünf jungen Männer haben sich zusammengetan, um ein Wochenende lang ein Musikvideo in Endlosschleife zu gucken – ein russisches Lied von Eduard Chil aus den Siebzigern, das keinen Text hat, nur aus Lalala- und Trololo-Lauten besteht und noch dazu pausenlos wiederholt wird. Wer am längsten durchhält, gewinnt. Unterhaltungselektronik ist nicht erlaubt. Nur Gespräche können ablenken.

Klar, dass das nicht viele aushalten. Einer der Teilnehmer ist bereits nach wenigen Stunden raus. Zwei weitere folgen gut 24 Stunden später.

»Es war klar, dass einer so früh ausscheidet«, sagt Kaan Bülte. Der Medizinstudent ist auf die Idee mit der Spendenaktion gekommen. Er hat es selbst ausprobiert – und ist zu dem Schluss gekommen, dass er besser hinter den Kulissen mitwirkt. Übrig geblieben sind am Ende nur noch Damon und Joel. Die Internetgemeinde kann ihnen dabei zugucken, wie sie den Marathon wegstecken. Wer von ihnen gewinnt, bekommt die Hälfte der Summe, die am Ende zusammengekommen sein wird. Sie setzt sich aus 15 Euro Teilnahmegebühr pro Starter zusammen sowie aus Spenden, die während der live im Internet übertragenen Aktion eintreffen. Die andere Hälfte wandert über den Atlantik nach Guatemala für einen guten Zweck. Ein Freund von Kaan macht dort ein Freiwilliges Soziales Jahr und sammelt Geld für eine Bildungsfahrt mit Kindern.

Die Netzgemeinde kann über Facebook oder über den Live-Kanal, auf dem die Aktion zu sehen ist, den Teilnehmern Aufgaben stellen. Werden sie von den Teilnehmern angenommen, ist eine Spende vom Aufgabensteller fällig. So saß Joel auch schon mal nackt im Raum und Damon musste sich seine Glatze bemalen lassen. »Diese Challenges haben dafür gesorgt, dass immer was auf der Seite los war«, sagt Kaan.

Der Meister der Challenges ist Joel. »Der hat es echt übertrieben«, sagt Damon über seinen Konkurrenten. »Ich habe ziemlich viel Bier getrunken«, rechtfertigt sich Joel. Neben den Spenden bekommen die Teilnehmer für eine angenommene und gewonnene Challenge Zeit gutgeschrieben, die sie für den Toilettengang nutzen können.



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Artikel vom 30.07.2012 - 10.45 Uhr
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