Verteidiger Frank Richtberg bezweifelte die Version des Zeugen. Beispielsweise die längere Pause zwischen Streit und Angriff hatte der Heuchelheimer bei der Polizei noch verschwiegen. »Kann es sein, dass Sie hier nur kundtun, was Ihnen andere Zeugen erzählt haben?«, fragte Richtberg. Wie schwer es für die Polizei war, die Zeugen überhaupt zu vernehmen, erläuterte ein 42-jähriger Kommissar. Alle Beteiligten seien stark alkoholisiert gewesen, viele hätten keinerlei Interesse an einer Aussage gezeigt. »Es war gelinde gesagt eine Katastrophe.«
Viel Akohol im Spiel
Mehrfach genannt wurde in der Verhandlung ein Freund des Opfers, der gegenüber der Polizei behauptete, nicht einmal mehr zu wissen, dass er in der Bar war. Seine Begründung: Seit einem Autounfall leide er, sobald Alkohol ins Spiel komme, unter totalem Gedächtnisverlust. Weder diese Amnesie noch den angeblichen Unfall konnte ein Arzt bislang bestätigen. Sicher dürfte indes sein, dass der Angeklagte voll schuldfähig ist. Die medizinische Sachverständige Dr. Gabriele Lasczkowski erklärte, es gebe zwar keine Proben, die zweifelsfrei belegen, wie stark er alkoholisiert war. Aufgrund eigener Angaben ergebe sich aber ein Wert zwischen 1,9 und 2,5 Promille. Gegen eine beeinträchtigte Steuerungs- oder Schuldfähigkeit spreche freilich schon, dass der Angeklagte sein Messer gezielt und zudem entsprechend einer vorherigen Drohung benutzte.