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Ehemalige Stadtbildstelle wurde vor 75 Jahren gegründet

Artikel vom 25.06.2009 - 22.55 Uhr

Ehemalige Stadtbildstelle wurde vor 75 Jahren gegründet

Gießen (ck). Wenn Lehrkräfte heute nach geeigneten Medien für den Unterrichtseinsatz suchen, können sie zum M@AUS-Zentrum im ehemaligen Heyligenstaedt-Gebäude am Aulweg fahren, sich dort beraten lassen und danach das gewünschte Produkt - sofern vorrätig - mitnehmen. Heute vor 75 Jahren wurde die damalige Bildstelle Gießen gegründet.
Zeichen des Wandels: Nicht mehr benötigte Medien - wie diese alten Filme - werden entsorgt, um Platz zu schaffen für neue Unterr
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Zeichen des Wandels: Nicht mehr benötigte Medien - wie diese alten Filme - werden entsorgt, um Platz zu schaffen für neue Unterrichtsmaterialien. (Foto: Schepp)
Gießen (ck). Wenn Lehrkräfte heute nach geeigneten Medien für den Unterrichtseinsatz suchen, können sie zum M@AUS-Zentrum im ehemaligen Heyligenstaedt-Gebäude am Aulweg fahren, sich dort beraten lassen und danach das gewünschte Produkt - sofern vorrätig - mitnehmen. Da die Verfügbarkeit des gesamten Medienbestands jederzeit im Internet abrufbar ist, können angemeldete Nutzer vorher das Medium online reservieren. Neu ist auch, dass viele der beliebtesten Medien von angemeldeten Nutzern rund um die Uhr heruntergeladen oder ohne Download im Unterricht wiedergegeben werden können (»streaming«). Anders als bei haptischen Medien gibt es keinen Engpass bei der Ausleihe, und es lassen sich viele Wege sparen. Zeichen für die Fortentwicklung der Medienausleihe im Regionalen Medienzentrum in Gießen; und doch nur ein kleiner Ausschnitt aus der »technischen Revolution«, die sich seit der Gründung der Bildstelle Gießen - später Stadt- und Kreisbildstelle - am 26. Juni 1934, also heute vor 75 Jahren, vollzogen hat. 2003 ist die Einrichtung im neu gegründeten Regionalen Medienzentrum Gießen-Vogelsberg aufgegangen.

»Vom 16-Millimeter-Film bis zur DVD« könnte die Entwicklung überschrieben sein, vor der die vor 75 Jahren in der Goetheschule ins Leben gerufene Bildstelle gestanden hat. Denn erst die Fortschritte auf dem Gebiet der Kinematographie zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatten es ermöglicht, über den Einsatz des Films im Bildungsbereich überhaupt nachzudenken. Den ersten medienpädagogischen Bestrebungen folgend, wurden zwischen 1920 und 1930 zahlreiche Bildstellen zur Versorgung der Schulen aufgebaut. In Gießen war es im Juni 1934 so weit. Auf einem sehr überschaubaren Platzangebot wurde in den folgenden Jahren die Sammlung an technischen Vorführgeräten, 16-Millimeter-Filmen, Schallplatten, Tonbändern und Dia-Reihen ausgebaut. 1968 kam die Acht-Millimeter-Film-Kassette hinzu. Die Einführung der Video-Kassette und die leicht zu bedienende Videotechnik in den 70ern leiteten die Ablösung des 16mm-Films ein. Dennoch standen 1984 unter den 20 000 Medien, noch viele traditionelle Datenträger im Angebot, vor allem Zelluloidstreifen, Dia-Reihen und Tonbänder. Mehrfach mussten die Räumlichkeiten in der Goetheschule erweitert werden, ohne dass jedoch die jeweiligen Leiter aufgehört hätten, unter einem räumlichen Engpass und vor allem der viel zu geringen Zahl an Parkplätzen zu leiden. Die Aufgaben der Bildstellen im Lande hatten sich dabei kaum geändert. Weiterhin standen die Ausleihe, die Beratung und Fortbildung der Lehrkräfte sowie die technische Unterstützung und Wartung der Geräte oben an.

Der Wandel von der Bildstelle zum Medienzentrum, von der hessischen Landesregierung propagiert und gefördert, vollzog sich mit Beginn der 90er Jahre durch die Einführung von Personalcomputern. Dieser Quantensprung sowie die in der Folge nicht mehr aufhaltbare Entwicklung digitaler Medien und des Internets sorgten für stetig wachsende Aufgabenbereiche der Stadt- und Kreisbildstelle, wie sie seit 1957 hieß.

Die Gründung des M@AUS-Zentrums und der Umzug in den Aulweg sind ein weiterer Zwischenschritt in einer Entwicklung, die nach Ansicht von Joachim Zeiger, Leiter des Medienzentrums mit Sitz in Gießen und einer Außenstelle in Lauterbach, bei Weitem noch nicht abgeschlossen ist. »Unsere Vision ist es, dass digitale Medien im Unterricht aller Fächer und Schulformen eingesetzt werden«, so Zeiger. Dies erfordere eine noch bessere Zusammenarbeit aller Beteiligten und eine noch stärkere Berücksichtigung der Bedürfnisse vor Ort. Zurzeit sind an den beiden Standorten des Regionalen Medienzentrums im Zuständigkeitsbereich von Stadt und Landkreis Gießen und Vogelsbergkreis 18 Mitarbeiter einschließlich Praktikanten für 121 Schulen tätig. Im Prinzip trägt das Medienzentrum - mit den schulischen Medienbeauftragten - die Verantwortung für die einwandfreie Funktion von deutlich mehr als 6000 PCs. Das Betreuungsverhältnis von PC-Administratoren zu PCs liege beim M@AUS-Zentrum über 1:1000 - in der Privatwirtschaft hingegen zwischen 1:25 und 1:50. Eine Herausforderung, mit der sich der Schulausschuss des Kreistages des Landkreises Gießen als einer der Träger der Einrichtung beschäftigte.

Zu den vielfältigen Aufgaben des Medienzentrums gehört auch die medienpädagogische Unterstützung von 3800 Lehrkräften. Ulrike Reando, im Medienzentrum zuständig für den Bereich Pädagogik und Fortbildung, organisiert in Kooperation mit dem Staatlichen Schulamt Gießen-Vogelsberg für die Schulen im Schulamtsbezirk jede gewünschte Fortbildung im Bereich Medienbildung - auch an den Schulrechnern vor Ort. Denn »die beste IT-Ausstattung ist die, die auch genutzt wird.«

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Artikel vom 25.06.2009 - 22.55 Uhr
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