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Dreimal eine 1,0 beim Ostschul-Abi

Artikel vom 25.06.2012 - 17.00 Uhr

Dreimal eine 1,0 beim Ostschul-Abi

Gießen (csk). Hätte Mark Zuckerberg die Gesamtschule Ost besucht, Schulleiter Heribert Ohlig wäre seine Rede gewiss schwerer über die Lippen gekommen. Bei der Abschiedsfeier für die 171 Abiturienten am Freitagabend in der Sporthalle Ost nahm Ohlig den Jungmilliardär als Aufhänger.

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Die drei besten Ostschul-Abiturienten im Kreise ihrer Mitschüler (vorne v.l.): Lukas Wagner, Jonathan Michael Bär und Onja Paulsen. (Foto: bac)
Allerdings nur, um zu verdeutlichen, dass neben Erfolg immer auch Verantwortung und Reife wichtig seien. Ihre eigene Reifeprüfung haben die Ostschüler gerade mit Bravour abgelegt, wie schon eine Zahl verdeutlicht: 26 junge Männer und Frauen erreichten nämlich die Note 1,5 oder besser als Abitur-Durschnitt.

Zwar sei die Zukunft unberechenbar, dennoch gebe es Werte, die sich kaum änderten, sagte Ohlig. Anhand historischer Persönlichkeiten versuchte der Schulleiter seine These zu belegen. So habe Charles Darwin die Ehe einmal als »besser als ein Hund«, aber »schreckliche Zeitvergeudung« bezeichnet – und wenig später geheiratet. Der damalige IBM-Vorsitzende Thomas Watson antwortete 1943 auf die Frage, wie viele Computer in Zukunft weltweit nötig seien, bekanntlich »vier oder fünf«.

Anhand dieser Beispiele sei erkennbar, dass niemand ohne Fehler und unerwartete Einsichten durchs Leben komme, folgerte Ohlig. Eines müsse die Gesellschaft indes von jedem fordern: Verantwortung. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg etwa sei kaum 30 und schon Multimilliardär, gelte deshalb als Inbegriff des Erfolgs. »Kann er aber die Verantwortung dafür übernehmen, was mit seiner Idee, der Datenkrake Facebook, jetzt und künftig geschieht?«, fragte der Schulleiter. Den Ehemaligen wünsche er entsprechend »kluge Ideen und die Fähigkeit, stets deren Folgen zu bedenken«.

Weniger abstrakt, dafür umso kurzweiliger war die Rede der Abiturienten Janna Articus und René Harzenetter. Die Schüler seien während ihrer gemeinsamen Zeit zusammengewachsen, resümierten sie. Ganz gleich, wohin der Weg nun führe: »Wir sind und bleiben Ostschüler.« Lachend quittierte das Publikum die Anmerkung, dass »13 Jahre extreme Konzentration« hinter allen Abiturienten lägen. Mehr oder weniger konzentriert blieben jedenfalls reichlich Erfahrungen, antwortete Harzenetter.

Dieses Stichwort griff die Elternvertreterin Sabine Zimmer auf – und wieder spielte dabei Facebook eine wichtige Rolle. Anhand eines Dialoges auf der Online-Plattform erklärte sie, welche Anforderungen gerade junge Menschen im Internet-Zeitalter erfüllen müssten. Ein Schüler aus Eschweiler bittet in dem von ihr zitierten Gespräch um möglichst viele Angebote für eine günstige Hüpfburg, die er anlässlich der Abifeier braucht. Selbst die harsche Antwort des ersten Lesers, der einen »unverschämten Bittbrief« wittert und den »unmöglichen Ton« kritisiert, bringt ihn nicht aus der Fassung. Vielmehr belege gerade die ruhige Reaktion des Schülers, der ausdrücklich die Verantwortung für sein Handeln übernimmt, wie reif er sei. »Natürlich hat der junge Mann schnell ein günstiges Zelt bekommen, natürlich hat er seine Reifeprüfung gleich in doppelter Hinsicht bestanden«, so Zimmer. Ähnliches Geschick im Umgang mit veränderten technischen Bedingungen sowie zugleich die richtige Haltung dazu wünsche sie den Abiturienten. Die Glückwünsche des Fördervereins überbrachte Doris Schmidt-Dobler.



Ehemalige fast komplett vertreten





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Artikel vom 25.06.2012 - 17.00 Uhr
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