Drei junge Gießener haben das Unternehmen »eOpinio« gegründet
Gießen (jri). Die drei jungen Männer sind 25 Jahre alt, gut miteinander befreundet und haben vor kurzem ihr Studium der Betriebswirtschaftslehre in Gießen beendet. Doch Sebastian Vogt, Sascha Wagner und Patrick Weber verbindet noch mehr: Sie haben eine gemeinsame Vision zu einer Geschäftsidee ausgebaut und damit den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt.
Mehr Bürgerbeteiligung bei politischen Entscheidungen: Dies wollen (v. l.) Sebastian Vogt, Sascha Wagner und Patrick Weber mit ihrem neuen Unternehmen »eOpinio« ermöglichen. (Foto: jri)
»Wir wollen Politikverdrossenheit abbauen und Bürgern die Möglichkeit geben, ihr Lebensumfeld aktiv mitzugestalten«, erklärt Sascha Wagner, warum er mit seinen beiden Freunden die »eOpinio GmbH - Meinungsgemeinschaft für Deutschland« gegründet hat. Das Unternehmen erforscht mit Hilfe des Internets die Meinungen von Bürgern und stellt die daraus gewonnenen Erkenntnisse Städten, Kommunen, Bund oder Ländern zur Verfügung.
»Wir wollen so etwas wie die Notruf-Nummer 112 für Bürgerbeteiligung werden«, formuliert Patrick Weber die Ambitionen des engagierten Unternehmertrios, das in der Gründungsphase vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie finanziell unterstützt wurde und sein Büro in Gießen »An der Automeile 18« eingerichtet hat. Das kleine »e« im Firmennamen steht für »elektronisch«, »Opinio« ist das lateinische Wort für »Meinung«.
In vielen politischen Bereichen, erläutert Weber, könnten die Menschen den politischen Gremien wertvolle Vorschläge unterbreiten und Entscheidungshilfen geben, etwa zu Bauprojekten, zu Sparmöglichkeiten im Haushalt, bei der Regionalentwicklung, der Verkehrsplanung, der Schulentwicklung oder bei Sport- und Kulturthemen. »Ein Bürgermeister kann uns beauftragen, die Einwohner seiner Stadt zu befragen, ob Steuergelder für einen Spielplatz oder für einen Parkplatz verwendet werden sollen«, nennt Sascha Wagner ein Beispiel.
Denn gerade in Zeiten finanzieller Engpässe sollte die Bürgerschaft mit in Sparüberlegungen eingebunden werden, so Wagner. In Gießen würden sich für mehr Bürgerbeteiligung beispielsweise die Themen Großkino, Landesgartenschau, Bahnhofsvorplatz oder ein Bürgerhaushalt anbieten, meint Sebastian Vogt. »Wir loten gerade aus, was möglich ist. Wir würden gerne mit der öffentlichen Hand in Gießen zusammenarbeiten und unsere Aktionen dann auf Kreis-, Land- und eventuell Bundesebene ausdehnen«, erklärt Vogt die Strategie. »Dafür ist es zunächst wichtig, dass sich ganz viele Menschen bei uns zwecks Bürgerbeteiligung anmelden. So kann jeder Bürger der Politik ein Signal senden, dass ein Interesse an Bürgerbeteiligung besteht«, ergänzt Wagner.
Die Beteiligung sei für Interessierte ganz einfach. Die Registrierung auf der Homepage »eopinio.de« dauere nur wenige Minuten. Alle angemeldeten Bürger könnten dann automatisch über stadtrelevante Beteiligungsmöglichkeiten informiert werden.
Einen Aspekt betonen die drei Jungunternehmer, die zum Beispiel auch Einwohnerzufriedenheitsbefragungen oder Stadtleitbilddiskussionen durchführen: »Wir wollen keine direkte Demokratie einführen. Die Bürger entscheiden nicht direkt wie bei Volksentscheiden, sondern können Vorschläge unterbreiten, Anregungen geben und Stimmungsbilder liefern. Die letzte Entscheidung bleibt in Händen der Politik«, stellt Weber klar.
Hab mir grad mal die selbst hochgejubelte Plattform angesehen. Enttäuschung pur. Das ist ein soziales Netzwerk was so ziemlich alle Funktionen aller anderen Netzwerke in sich vereinigt - sinnige und unsinnige. Dadurch leidet die Benutzbarkeit deutlich. Mit Bürgerbeteiligung hat das Netzwerk kaum etwas zu tun. Die Jungs hätten besser nachdenken sollen, wie sie die Bürger wirklich "beteiligen" können. Eine Umfrage zu starten ist noch lange keine Beteiligung!!! Fazit: Durchgefallen!
Das BID Marktquartier will dauerhaft ein Kinderkarussell auf den
Marktplatz stellen. Damit soll die Trinkerszene verdrängt werden. Was
halten Sie davon?