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Doppelturnhalle in »marodem« Zustand

Artikel vom 04.02.2010 - 11.00 Uhr

Doppelturnhalle in »marodem« Zustand

Gießen (pd). Schon die Treppe zur Halle hat es in sich. An der zweiten Stufe nach unten ist die Kante abgebrochen und deshalb höchste Vorsicht geboten. »Im Prinzip müsste man sie abreißen«, geht Günter Sikorski hart mit der altehrwürdigen Doppelturnhalle ins Gericht.
Achtung, defekte Stufe! Wer die marode Treppe zur Doppelturnhalle benutzt, sollte sehr vorsichtig zu Werke gehen.	(Foto: Schepp)
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Achtung, defekte Stufe! Wer die marode Treppe zur Doppelturnhalle benutzt, sollte sehr vorsichtig zu Werke gehen. (Foto: Schepp)
Der Vorstandssprecher des VfB 1900 Gießen kennt die Sporthalle auf dem Gelände der Liebigschule seit vielen Jahren. Spieler und Zuschauer freuten sich über die »schöne Atmosphäre«, so der Geschäftsführer der VfB-Basketballabteilung, für Wettkampfsport sei die Halle aber nur bedingt geeignet.

Diese Aussage entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie. Schließlich ist die Doppelturnhalle Austragungsort der Heimspiele des VfB 1900, der mit seiner Mannschaft an der Spitze der Regionalliga Südwest steht. »Die Bedingungen für die Pro B erfüllt die Halle auf keinen Fall«, sagt Sikorski für den Fall des Aufstiegs in die nächsthöhere Spielklasse und zählt eine Reihe von Mängeln auf. Bei Regen müsse man das durch das Dach eintretende Wasser mit Eimern auffangen. Duschen und Toiletten seien sanierungsbedürftig, die Halle insgesamt in einem »maroden« Zustand. Vor kurzem habe sich ein Basketballspieler aus Hanau, der seine Trainingsjacke an der Hallenwand aufgehängt hatte, an den Glasbausteinen die Hand verletzt. »Wir brauchen dringend eine weitere Halle in Gießen«, fasst Sikorski die Kritikpunkte zusammen. Als »Zwischenlösung« bringt er die Sporthalle der ehemaligen US-Highschool oder die Volkshalle ins Gespräch. Auch auf dem Gelände der Bergkaserne sei eine Sporthalle durchaus denkbar.

Zur Nutzung weiterer Sporthallen äußerte sich Stadtrat Harald Scherer am Mittwoch zwar nicht, für die Doppelturnhalle sagt er jedoch eine »kurzfristige Beseitigung« der Schäden zu. Der Dezernent verweist darauf, dass für die Halle im Rahmen des Sonderinvestitionsprogramms »Schul- und Hochschulbau« rund 400 000 Euro zur Verfügung stehen. Die geplanten Arbeiten, die noch in diesem Jahr abgeschlossen werden sollen, gingen über die energetische Sanierung der Halle hinaus, bekräftigt der für Schulen zuständige Stadtrat. Vorgesehen seien beispielsweise brandschutztechnische Maßnahmen, die Sicherung von Fluchtwegen, Erneuerung des Bodens sowie die Renovierung von Duschen und Umkleidekabinen. Dass der Stadt bei der energiesparenden Dämmung der Halle Grenzen gesetzt sind, verdeutlicht Scherer mit Hinweis auf die Denkmalbestimmungen, durch die etliche Teile des 1963 errichteten Ensembles geschützt sind. Bei den bevorstehenden Sanierungsmaßnahmen habe die Stadt ihr Augenmerk vor allem auf den Schulsport gerichtet, so der Dezernent.

Dies bestätigt für die Liebigschule Dr. Carsten Scherließ. Der Direktor verweist auf die Behebung zahlreicher Mängel seitens die Stadt in den vergangenen Jahren - weitere Renovierungen seien zugesagt. Auch Scherließ mahnt auf Anfrage den Bau einer weiteren Halle an: »Eine neue Sporthalle in der Stadt wäre ein Segen für das Schulsportzentrum Liebigschule, für andere Schulen sowie für die Vereine.«

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