Dompteur nach Unfall erstmals wieder in der Manege
Gießen (cg). Im Februar wurde der Tierdompteur Dieter Dittmann von einem seiner Tiger schwer verletzt. Am Mittwochnachmittag wird er mit Rutla, Rami, Laxmi, Sita und Dora erstmals wieder in der Manege des »Circus Probst« stehen.
Die Zwangspause ist vorbei: Nachdem Dieter Dittmann im Februar von einem seiner Tiger schwer verletzt worden war, steht er heute erstmals wieder mit den Tieren in der Manege. (Foto: Schepp)
Hat er Angst vor diesem Augenblick? »Nein, keine Spur«, sagte er am Dienstag bei der Generalprobe vor Journalisten, »ich war ja selbst schuld«. Wie so oft im Leben sei »menschliches Versagen« die Ursache gewesen. Er habe sich falsch bewegt und sei einem der nervösen Tiere zu nahe gekommen, dieses habe sich bedrängt gefühlt und ihn attackiert. Die Folge: Schwere Verletzungen an der Schulter und vier Wochen Krankenhausaufenthalt. Vor einem Monat hat Dittmann das Training wieder aufgenommen.
Bereitwillig gaben die majestätischen Tiere gestern eine Kostprobe ihres Könnens: Sie legten sich dicht nebeneinander und ließen sich zu diversen Aufgaben animieren: Mal vollbrachte einer eine Rolle, mal machten alle vorbildlich »Männchen«, mal gingen die mächtigen Katzen auf die Hinterbeine. - Ob sie Spaß an diesem Job hatten, verrieten sie nicht, und für Laien war das Gemurre und Gefauche schwer interpretierbar. »Alles, was wir zeigen, basiert auf Vertrauen und Respekt«, versicherte Dittmann jedoch, kein Tier werde zu irgendetwas gezwungen.
Der »Circus Probst«, der bis zum Sonntag in Gießen gastiert, ist einer der wenigen Großzirkusse, der noch ein umfangreiches Tierprogramm hat. Rund 90 Tiere - von der Zwergziege bis hin zu Büffeln, Zebras und Kamelen - führt das Unternehmen mit sich. »Wir werden häufig dafür kritisiert, aber da wir Wert auf Freigehege und artgerechte Haltung legen, weisen wir die Vorwürfe zurück«, sagt Geschäftsführer Laurens Thoen. In jeder Stadt kontrolliere die Veterinärbehörde den Zustand der Tiere und die Unterbringung, es gebe niemals Grund zu Beanstandungen. 10 000 bis 12 000 Quadratmeter Platz benötige der Zirkus für seine Vierbeiner, der Platz an der Ringallee sei ideal. Nicht ideal ist allerdings, dass die Gehege auf Asphalt und Schotter stehen und die Tiere keine Wiesen zur Verfügung haben. »Nach wie vor sind Menschen fasziniert von Tieren und Tierdressuren. Als Dieter Dittmann und seine Tiger ausfielen, haben viele Menschen ihre Rückkehr herbeigesehnt«, erklärt der Geschäftsführer. Die wunderschönen bengalischen Tiger wiegen zwischen 140 und 180 Kilogramm. Sie sind alle etwa sechs Jahre alt, leben schon lange zusammen und stammen aus dem Safaripark Hodenhagen bei Hannover.
Im Nachbargehege erregt übrigens eine echte Rarität Aufsehen: Hier lebt das Zebroid Jambo, das reizende Produkt einer leidenschaftlichen Beziehung zwischen der Zebradame Kenia und einem Mini-Shetlandpony namens Prinzi. Jambo ist jetzt zwei Jahre alt und schon mehr als doppelt so groß wie sein Vater. Er hat schokobraunes Fell und schwarze Zebra-Streifen, was ausgesprochen apart aussieht.
Heute und am Freitag gibt es Vorstellungen um 16 und um 19.30 Uhr, am Donnerstag gibt es eine Familienvorstellung um 16 Uhr, alle Karten dafür kosten acht Euro (außer Loge). Samstag und Sonntag beginnen die Shows um 11 und 16 Uhr. Karten kosten zwischen zehn und 24 Euro. Kartenreservierungen: 0175/7978449.
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