Gießen (jri). Zwar kommen Artenschutz-Maßnahmen bei Dinosauriern eigentlich 65 Millionen Jahre zu spät - so lange sind diese Tiere schon ausgestorben. Doch zumindest die 60 lebensgroßen Kunststoff-Modelle der Urzeit-Giganten, die vom 24. April bis 18. Juli als Attraktion in der Gießener Innenstadt zu sehen sind, sollen ihre knapp dreimonatige Stippvisite in Mittelhessen unbeschadet überstehen. Die Polizei und die Stadt Gießen kündigten am Freitag an, konsequent gegen möglichen Vandalismus an den wehrlosen Plastiktieren vorgehen zu wollen.
»Wir dulden keinen Vandalismus«: Stadtrat Harald Scherer, Herbert Martin, Sadullah Gülec (beide Stadtmarketing GmbH) und Polizeipräsident Manfred Schweizer vor dem Modell des Albertosaurus, dem Unbekannte mehrere Krallen abgebrochen und das Gebiss beschädigt hatten. (Foto: jri)
So wird die Stadt für die Dauer der Ausstellung einen privaten Wachdienst beauftragen, dessen Mitarbeiter - in ziviler und unauffälliger Kleidung - die bis zu 30 Meter großen Saurier beaufsichtigen, teilte Stadtrat Harald Scherer mit. Beamte der Polizeistation Gießen-Nord sollen häufig in der Innenstadt Kontrollgänge durchführen. Außerdem werden Einsatzkräfte der Kriminalpolizei, der Bereitschaftspolizei, der Wachpolizei und des freiwilligen Polizeidienstes gleich mehrere wachsame Augen auf die »Dinos« werfen, kündigte Polizeipräsident Manfred Schweizer an.
»Wir werden gegen jeden Täter Anzeige erstatten und zivilrechtliche Schritte einleiten. Wer bei Beschädigungen erwischt wird, muss die Kosten für die Reparaturen tragen, was nicht billig sein wird«, warnten Scherer und Schweizer potenzielle Randalierer davor, Übermut oder Zerstörungslust gegen die Saurier zu richten. »Wir dulden in Gießen keinen Vandalismus«, stellte Scherer klar. Der Stadtrat und der Polizeipräsident riefen alle Bürger außerdem dazu auf, wachsam zu sein und Attacken - auch versuchte Beschädigungen - sofort der Polizei zu melden.
Hintergrund dieser entschlossen Vorgehensweise gegen Vandalismus ist die Beschädigung des sechs Meter langen Dinosauriers, der als Vorbote der Ausstellung im Seltersweg/Ecke Goethestraße ausgestellt war und dem nacheinander vier Krallen abgebrochen, das Gebiss beschädigt und Risse im Schwanz zugefügt wurden. »Wir sind enttäuscht, dass es überhaupt zu dieser Beschädigung gekommen ist«, sagte Scherer zusammen mit Sadullah Gülec und Herbert Martin von der Stadtmarketing GmbH. In anderen Städten, in denen die Ausstellung bereits gastierte, sei es insgesamt nur ein Mal zu einem »Angriff« auf die Exponate gekommen.
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