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Die Nachfrage nach elektrischen Zigaretten steigt an

Artikel vom 31.01.2012 - 12.26 Uhr

Die Nachfrage nach elektrischen Zigaretten steigt an

Gießen(jri), In Gießen ist – wie in ganz Deutschland auch – eine steigende Nachfrage nach den umstrittenen »E-Zigaretten« zu beobachten, wie eine Umfrage dieser Zeitung bei mehreren Gießener Tabakgeschäften ergab. Allerdigns gibt es einen Lieferungsengpass.

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Ilona Krautwurst, Verkäuferin bei Tabak-Wolsdorff, zeigt eine »E-Zigarette«, die mit einem USB-Stick am Computer aufgeladen werden kann. (Fotos: Schepp)
Wolfgang Wagner ärgert sich. Er muss derzeit einige Kunden wieder wegschicken, weil er keine Ware vorrätig hat. »Es ist eine blöde Situation, wenn man verkaufen könnte, aber nichts im Regal steht«, sagt der 69-jährige Inhaber von »Tabak Wagner« in der Katharinengasse. Zwar hat er ausreichend herkömmliche Zigaretten und auch Tabak im Angebot, doch er wartet schon seit drei Wochen auf eine Lieferung von »Liquids«. Das sind nachfüllbare, meist aromatisierte Flüssigkeiten, die in elektrischen Zigaretten verdampft werden.

»Allein bei mir im Geschäft fragen vier bis fünf Kunden am Tag danach«, sagt Wagner. Auch Klaus Zaar, Inhaber der »Tabakbörse« in der Galeria Kaufhof, bestätigt ein reges Interesse an den neuen Hightech-Zigaretten, bei denen kein Tabak verbrannt und kein Teer aufgenommen, sondern eine in der Regel nikotinhaltige Flüssigkeit elektrisch verdampft und inhaliert wird. »Ich verkaufe pro Woche etwa fünf Startersets, also elektrische Zigaretten mit Akku, und etwa 20 kleine Flaschen Liquids«, sagt Zaar. Zehn Milliliter Liquid kosten etwa sieben Euro und entsprechen einer Menge von acht bis zehn Schachteln herkömmlicher Zigaretten. Das Starterset ist für rund 50 Euro zu haben. Klaus Zaar hatte ebenfalls »große Probleme, Nachschub zu bekommen«, mittlerweile hat er jedoch den Lieferanten gewechselt und ist nun wieder im wahrsten Sinne des Wortes »flüssig«. Die Liquids gibt es in über 100 Geschmacksrichtungen – von Pfefferminz über Vanille und Kirsche bis Cappuccino und Tiramisu – sowie in unterschiedlichen Nikotinstärken und sogar nikotinfrei.

Bei Tabak Moeser in der Plockstraße waren Liquids im Dezember ausverkauft, jetzt ist wieder neue Ware da. »Die Nachfrage steigt«, weiß Verkäuferin Dagmar Demirtzoglu. Über »Versorgungs-Engpässe« berichtet auch Ilona Krautwurst, Mitarbeiterin bei Tabak-Wolsdorff in der Plockstraße. Sie verfüge derzeit nur noch deshalb über Ware, weil sie in 140 anderen deutschen Wolsdorff-Filialen Überbestände anfordern und nach Gießen schicken lassen könne.

Nicht alle Händler haben jedoch elektrische Zigaretten und das entsprechende Zubehör im Angebot. So verzichtet das Unternehmen Asteroth-Tabakwaren am Marktplatz auf den Verkauf, weil »die Liquids gesundheitlich umstritten sind und zu viele Zusatzstoffe wie etwa Frostschutzmittel enthalten«, erklärt Verkäufer Jens Heppner. Der Presse- und Tabakshop im Karstadt-Warenhaus hat »aus Platzgründen« keine E-Zigaretten im Sortiment, denn die vorhandene Verkaufsfläche sei zu klein.

Tatsächlich sind die Hightech-Glimmstängel bei Ärzten und auch bei Rauchern umstritten. »Ich weiß nicht, wie schädlich die sind«, sagt Raucher Steffen Hindenberg (50) aus Kleinlinden, für den die E-Zigaretten keine Alternative zur herkömmlichen »Fluppe«sind. Zwar fallen Schadstoffe wie Teer weg, was die Krebsgefahr mindert und den Rauchgeruch in Wohnungen reduziert. Andererseits warnen Lungenfachärzte vor Schädigungen der Atemwege, denn der Dampf der E-Zigaretten bestehe zu 90 Prozent aus Propylenglykol, das als Frostschutzmittel dient. Langzeitstudien über die Risiken gibt es noch keine, doch eine Untersuchung mit 30 Liquid-Rauchern habe gezeigt, dass schon nach fünf Inhalier-Minuten häufig die Atemwege eingeengt waren, wie die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie erklärt. Zudem bleibe Nikotin ein Nervengift, auch wenn es ohne Teer konsumiert werde und mit Erdbeer- oder Vanillegeschmack versetzt sei.





»Nichts für passionierte Raucher«



Der Gießener Wolfgang Wagner, der seit über 50 Jahren im Tabakgeschäft arbeitet, rechnet damit, dass der Boom aber bald wieder abebben wird. »Viele Kunden sind nur neugierig und wollen es ausprobieren, dann legen sie die E-Zigarette wieder weg«, sagt er. »Für richtig passionierte Raucher ist die E-Zigarette ohnehin nichts, da sie den typischen Geruch vermissen und nicht auf einem Plastikmundstück herumlutschen wollen.« Das Rauchverbot in Gaststätten und an öffentlichen Plätzen umgehen kann man mit den neuen Zigaretten ebenfalls nicht: Das Hessische Nichtraucherschutzgesetz gilt auch für elektrische Zigaretten, selbst wenn die verdampfte Flüssigkeit nikotinfrei ist.

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Artikel vom 31.01.2012 - 12.26 Uhr
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Leserkommentare
(01.02.2012 22:24)
Huckleberry
Verstoß gegen Nutzungsbedingun
Mit welcher Aussage habe ich gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen?
(01.02.2012 21:17)
Sebastarus
Verstoß gegen Nutzungsbedingun
Was hab ich den so schlimmes geschrieben?
(01.02.2012 20:58)
Wuetender-Dampfer
Meine Geschichte
Auch ich möchte mich hier zu Wort melden und meine persönliche Geschichte kurz erzählen.
20 Jahre lang rauchte ich leidenschaftlich sehr große Mengen an Tabakzigaretten. 80 Gitanes oder Ducados pro Tag waren die Regel.
Längere Flüge oder Aufenthalte in Restaurants oder Nichtraucherbars waren mir verhasst - zu lang war die nötige Pause zwischen den einzelnen Zigaretten.
Gesundheitlich ging es mir entsprechend schlecht. Meine körperliche Kondition war am Boden, der eigentlich morgendliche Raucherhusten zog sich über den ganzen Tag, Geschmacks- und Geruchssinn reagierten nur noch auf extreme Aromen. Nichts desto trotz spielte ich nie mit dem Gedanken, die Raucherei aufzugeben - wohl aus dem Hintergrund, dann meinem inneren Schweinehund zu begegnen und dem möglicherweise zu unterliegen.
Vor knapp einem Jahr kam ich völlig zufällig in Kontakt mit der e-Zigarette ( einer der ersten eGo-T´s ) und sagte noch zu meinem Gegenüber: "An was für einem komischen Kugelschreiber lutscht du denn da rum ?" Er reichte sie mir zum probieren und ich war hin und weg von dem Geschmack des Aromas und dem Flash in der Lunge. Kurz gesagt - ich sabbelte sie ihm sofort ab und stieg noch an selben Tag auf die e-Zigarette um. Von 80 Zigaretten auf 0 in einem Tag. Und das ohne irgendwelche Entzugserscheinungen und ohne nach einem Umsteig gesucht zu haben. Warum ? Nicht weil ich nach einer Alternative suchte, sondern weil es mir einfach besser schmeckte.
Bereits nach zwei Wochen war der Husten verschw
(01.02.2012 11:06)
Lifestyler
Fällt nicht unter das NRSG!
Soso, jetzt fallen also auch schon nikotinfreie Liquids unter das hessische Nichtraucherschutzgesetz. Würde ja bedeuten, dass auch Bühnen- und Disconebel nicht mehr eingesetzt werden dürfen, da diese ja die gleichen Inhaltsstoffe wie eine nikotinfrei E-Zigarette enthalten. Schön, dann hat man endlich wieder freie Sicht im Theater..
(01.02.2012 09:39)
zentao
In Bezug Ärzte warnen ......
Die Mülheimer Ärztekammer hält die Begründung für das Verkaufsverbot nikotinhaltiger Liquids für fragwürdig.
Das NRW-Gesundheitsministerium will die Dampflösung für E-Zigaretten als Arzneimittel in Apotheken verkaufen lassen, um gefährliche Inhaltsstoffe besser kontrollieren zu können.
Danach müssten auch normale Zigaretten unter eine kontrollierte Abgabe fallen, argumentiert die Ärztekammer. Zigaretten enthielten ebenfalls gesundheitsgefährdende Schadstoffe. Die Ärztekammer hält es nicht für ausgeschlossen, dass hinter dem Verkaufsverbot nikotinhaltiger Liquids wirtschaftliche Interessen stecken. Am letzten Freitag hat die Stadt das Verkaufsverbot für die Liquids in Mülheim ausgesprochen und Kontrollen angekündigt. Einige Händler bangen jetzt sogar um ihre Existenz und die Zukunft ihrer Mitarbeiter.
(01.02.2012 08:56)
zentao
Wie verzweifelt.
Muss man den sein, wenn man so an die Raucher apeliert - nicht um zu steigen.
Ein Raucher steigt nicht um weil er nicht weis was im Liquid ist, den....
er kann nicht lesen - Auserdem inhaliert er lieber weiter Teer, Blausäure, Schwermetalle, ca. 30 Krebseregende Stoffe + 3000 schwer Schädliche - denn da weis er was er hat --- zu mindest in ein paar Jahren.
Auserdem Esse ich auch kein Frühstücksei mehr. Immerhin streuen sich da die Leute Frostschutzmittel drauf. (Gut formuliert, gell?)
Zitat:
Andererseits warnen Lungenfachärzte vor Schädigungen der Atemwege, denn der Dampf der E-Zigaretten bestehe zu 90 Prozent aus Propylenglykol, das als Frostschutzmittel dient. -> 90% ist FALSCH.
Ich werde mein Krankenhaus verklagen. - Die haben doch meinem 3 Jährigen Sohn (akute Atemnot) tagelang im 3 Stunden abstand Frostschutzmittel inhallieren lassen. ( Propylenglykol ist Trägerstoff in Astmainhaltionsmitteln.)
Also ihr sagt tatsächlich: Raucher - bleibt bei euren GARANTIERT Krebseregenden zigaretten und bleibet von den E-Zigaretten weg - die VIELLEICHT einen Hustenreiz auslösen.
Die Studie übrigens die eine Verengung belegt hat - bitte genau LESEN.
Die Verengung die gemossen wurde war minimal. So minimal das keine Ausage getroffen werden konnte ob es vom Dampfen oder eine natürliche Abweichung war.
ES war EIN Ergebnis von x-Messungen. Alle Messungen waren in Ordnung. (Dann findet man - Got sei dank - EINE Abweichung die man breit treten kann.)
(31.01.2012 23:31)
Huckleberry
Jedem Tierchen sein Pläsierche

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Ihre Online-Redaktion

(31.01.2012 20:18)
LiquidJesus
Was ist wirklich drinnen?

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Ihre Online-Redaktion

(31.01.2012 19:57)
Greg
Frosgschutzmittel?
Herr Heppner sollte mit seinen Äußerungen in der Öffentlichkeit etwas vorsichtiger sein.
Die Aussage in den Liquids sei Frostschutzmittel ist absolut unrichtig und könnte von einigen Herstellern als Durchaus als GeschÀftsschÀdigung beurteilt werden.
In den Liquids ist teilweise Propylenglykol.
Propylenglykol ist einer von vielen Bestandteilen von Frostschutzmittel, sowie von hunderten anderer Produkten sowie Lebensmitteln.
Außerdem wurde Pg. viele Jahre als ArzneimitteltrÀger in Inhalatoren gegen Pseudo Krupp eingesetzt.
In Nebelmaschinen kommt es Literweise zum Einsatz.
Übrigens finden Sie es auch reichlich in normalen Zigaretten.

Dampfgruß Greg
(31.01.2012 16:32)
Louisa
Viel Geld
Irgendwie sollten die 14 Mrd Euro Steuereinnahmen dann aber ausschließlich für Raucher verwendet werden, ohne dass Nichtraucher davon profitieren können. Also ich möchte nicht vom Gesundheitsrisiko anderer Leben, dem Staat ist das aber völlig egal. Es geht nur um rollende Euros, um sonst nichts.
Es wird aber immer eine Menge Menschen geben, die Drogen brauchen, ob nun Zigarette oder Alkohol oder anderes Zeug...Da müsste vlt eine führende Hand her, denn ganz offensichtlich schaffen es so einige nicht ohne, was man schon teilweise morgens am Marktplatz sehen kann, da trinken junge Typen den Vodka wie andere Wasser und finden das auch noch lustig.
(31.01.2012 15:34)
T.R.
Nichtraucher
Als Nichtraucher möchte ich den Steuerausfall nicht begleichen wenn Zigaretten verboten werden sollten !
Ich bin mit der Regelung , das in Öffentlichen Gebäuden Rauchverbot besteht zufrieden !
Was Raucher mit ihrer Gesundheit machen , ist mir egal !
Bei 76% Steueranteil pro Packung , Achtung wir rede da von
jährlich
14000000000 Euro Steuereinnahmen !
Wer bitte soll den Steuerausfall zahlen ?
(31.01.2012 14:33)
Sebastarus
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