Gießen (mf). Trotz eines gewaltigen Spendenrückgangs gibt es im Liebig-Museum viele Neuerungen. Davon wurde am Freitagnachmittag bei der Mitgliederversammlung der Justus Liebig-Gesellschaft zu Gießen berichtet.
Im vergangenen Jahr machte die beliebte sprechende Liebigpuppe nach jahrelangem Dienst einer von Prof. Runkel gespendeten Drogensammlung Platz, weil der Apparat nicht mehr funktionstüchtig gewesen war.
Prof. Christa Habrich war Gastreferentin bei der Justus Liebig-Gesellschaft. (Foto: jts)
Die zerstörte Büste Liebigs konnte restauriert werden. Die Anträge für Zuschüsse für die Neugestaltung des Gartens sind gestellt, so dass damit in diesem Jahr begonnen werden kann. Außerdem soll in diesem Jahr auch die Wasserdestillationsanlage Liebigs mit Hilfe von Originalbauplänen nachgebaut werden.
Technische Neuerungen waren unter anderem die Sanierung des undichten Dachs und der Einbau einer funktionsfähigen Schließanlage, die sechs verschiedene alte Schlüssel ersetzt.
Der Vorsitzende der Gesellschaft, Prof. Wolfgang Laqua, zeigte sich zufrieden mit dem Interesse am Museum: Seit 2003 sind die Besucherzahlen relativ konstant: 2010 wurden rund 8950 Gäste registriert. Zwei Drittel der Besucher waren Schüler- oder Studierendengruppen, die zu Führungen oder den Experimentalvorlesungen von Laqua und dem Studiendirektor i.R. Eberhard Theophel kamen. Auch die Zahl der Vereinsmitglieder änderte sich nicht erheblich. Sie lag bei 337, 2008 waren es 344.
Weniger konstant waren jedoch die Einnahmen aus Spenden. Diese haben sich seit 2008 beinahe halbiert und lagen 2009 bei 18 500 Euro. Schatzmeister Prof. Otmar P. Walz sieht darin die Auswirkungen der Finanzkrise. Zum Vergleich: 2007 konnte der Verein noch 53 426 Euro Einnahmen aus Spendengeldern verbuchen. Die Hauptsponsoren im Vorjahr waren die Gießener Geldinstitute, insbesondere Volksbank und Sparkasse. Mit diese Zuschüssen sowie den Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen, Eintrittsgeldern und Mieten konnten jedoch auch 2009 die Ausgaben für Verwaltung, Reinigung und Aufsicht, sowie für die beschriebenen Reparaturen und Neuerungen gedeckt werden.
Darüber hinaus blieb auch Geld für Neuanschaffungen. So konnte Archivar Dr. Dietmar Linder einen neu erworbenen Litographiestein präsentieren. Mit diesem wurden im 19. Jahrhundert per Flachdruckverfahren sogenannte Liebigbilder gedruckt. Die zwölffarbigen Sammelbilder wurden damals den Produktpackungen von Liebigs Fleischextrakt beigefügt.
Die Versammlung wurde mit einem Vortrag der Gießener Apothekeri Prof. Christa Habrich über Justus Liebig und seinen Meisterschüler Max Pettenkofer abgerundet. Die beiden Wissenschaftler hatten in München regen Kontakt, sowohl in der praktischen Laborarbeit, als auch in theoretischen Überlegungen zum Beispiel zu Problemen wie der Cholera.
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