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Der Verein »Aktion - Junge Menschen in Not« hat neuen Namen

Artikel vom 11.02.2010 - 22.00 Uhr

Der Verein »Aktion - Junge Menschen in Not« hat neuen Namen

Gießen (jri). »Wir hatten den Eindruck, unser Name ist nicht mehr zeitgemäß. Deshalb haben wir ihn nach über 40 Jahren verändert«, sagt Günter Feußner. Er ist 1. Vorsitzender des 1968 in Gießen gegründeten Vereins »Aktion - Junge Menschen in Not«. Jetzt wurde der Verein umgetauft in »Aktion - Perspektiven für junge Menschen und Familien«.
Günter Feußner, Astrid Dietmann-Quurck,  Dr. Gerhard Flohr und Inge Bietz (v. l. n. r.) präsentieren den neuen Namen ihres Verei
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Günter Feußner, Astrid Dietmann-Quurck, Dr. Gerhard Flohr und Inge Bietz (v. l. n. r.) präsentieren den neuen Namen ihres Vereins: »Aktion - Perspektiven für junge Menschen und Familien«. (Foto: jri)
Die Entscheidung zur Namensänderung haben Vorstand, Mitglieder und Mitarbeiter gemeinsam getroffen.

Die Bezeichnung »in Not« beinhalte auch Assoziationen wie Stagnation, Mangel und Unfähigkeit, erläutert Vereins-Geschäftsführerin Astrid Dietmann-Quurck einen Grund für die Umbenennung. »Die Teilnehmerin eines Mütterseminars wollte sich sogar nicht an einen Tisch setzen, auf dem das Schild ›Junge Menschen in Not‹ stand«, ergänzt die stellvertretende Vorsitzende Inge Bietz. Und bei einer Fachtagung habe sich eine Kollegin in einer Jugendhilfeeinrichtung »überrascht von der Fortschrittlichen Pädagogik« des Vereins gezeigt, obwohl dessen Name aus ihrer Sicht »eher etwas Antiquiertes und Rückständiges« beinhaltete. Ein ähnliches Problem hatte vor zehn Jahren der ehemalige Verein »Aktion Sorgenkind«, der sich dann in »Aktion Mensch« umbenannte.

So wurde jetzt nach rund zweijähriger interner Diskussion, bei der auch die Alternativen »Chancen« und »Zukunft« hoch im Kurs standen, auf den Begriff »Perspektiven« zurückgegriffen. »Das Wort ›Chancen‹ klang uns zu sehr nach Lotterie«, so Dietmann-Quurck.

Auch der Untertitel im Vereinsnamen hat sich geändert: Urprünglich lautete er »Verein für Resozialisierungshilfe«, dann »Verein zur Integration benachteiligter Menschen«, jetzt heißt der Untertitel schlicht »Beratung - Begleitung - Betreuung«, und damit sei gut beschrieben, was der Verein macht, erklärt Quurck. Die Namensänderung ist zum Jahreswechsel erfolgt und beim Vereinsregistergericht schon genehmigt.

Einst von Pfadfindern als Einrichtung für entlassene jugendliche Straftäter (überwiegend aus der Justizvollzugsanstalt in Rockenberg) gegründet, hat der Verein sein Aufgabenfeld in den letzten Jahren und Jahrzehnten stark erweitert und arbeitet vermehrt auch mit Erwachsenen. Rund 20 hauptamtliche Mitarbeiter bieten unter dem Leitsatz »Hilfe zur Selbsthilfe« unter anderem ambulante Erziehungshilfen für Kinder, Jugendliche und Familien an (etwa um eine Heimunterbringung zu verhindern). Außerdem beraten sie Straffällige und Strafgefährdete, gestalten Seminare für Mütter und Väter in besonderen Problemlagen, offerieren betreutes Wohnen für Jugendliche, junge Erwachsene und alleinstehende Wohnungslose und stellen sozialpädagogisch betreute Wohngruppen für junge Männer und Frauen zur Verfügung. Auch die Familien-Beratungsstelle »Aktino« in der Nordstadt wird von Aktion- Perspektiven für junge Menschen und Familien betrieben. Der Verein finanziert seine Arbeit überwiegend mit Geld aus öffentlicher Hand, benötigt aber jedes Jahr laut Feußner mindestens 50 000 Euro an Eigenmitteln, die er über Spenden erhält. Die Spendekonten lauten: Sparkasse Gießen, BLZ 513 500 25, Kto. 222012 919. Volksbank Mittelhessen, BLZ 513 900 00, Kto. 51 82 301.

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Artikel vom 11.02.2010 - 22.00 Uhr
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