Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Stadt » Übersicht »

Debatte um Sportplatz Ringallee spitzt sich zu

Artikel vom 08.02.2010 - 10.00 Uhr

Debatte um Sportplatz Ringallee spitzt sich zu

Gießen (mö). Gegen die geplante Verlagerung: Der TSV Kleinlinden ruft den Gießener Sport zur »Solidarität« mit den Fußballern von Blau-Weiß Gießen auf.
TSV-Vorsitzender Klaus Dieter Greilich setzt sich für Blau-Weiß Gießen ein.
Lupe - Artikelbild vergrössern
TSV-Vorsitzender Klaus Dieter Greilich setzt sich für Blau-Weiß Gießen ein.
Mit dem heutigen Montag werde eine auch »emotionale« Debatte über die Detailplanung zur Landesgartenschau 2014 beginnen, sagte Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich (Grüne) am Samstag bei der Verleihung der Preise zum Gestaltungswettbewerb. Da war ein Leserbrief aus Kleinlinden, der es in sich hat, schon unterwegs. In dem Schreiben ruft Dr. Klaus Dieter Greilich, Vorsitzender des TSV Kleinlinden, zur »Solidarität des Gießener Sports« mit der Spielvereinigung Blau-Weiß Gießen auf. Anlass: Die Pläne der Stadt Gießen, ihren eigenen Sportplatz an der Ringallee, der von den Blau-Weiß-Kickern genutzt wird, wegen der Landesgartenschau zu überplanen.

Es sind gleich drei Anlässe, die den Vorsitzenden des TSV Kleinlinden nach eigenem Bekunden veranlasst haben, sich in einer Leserzuschrift an die AZ zu wenden. Erstens die Ausstellung der Entwürfe aus dem Gestaltungswettbewerb zur Landesgartenschau. In keiner Konzeption sei der Sportplatz noch enthalten. Zweitens die Verleihung des Integrativen Jugendsportpreises der Stadt an Blau-Weiß, was die wichtige sozialpolitische Rolle des Vereins für die Nordstadt unterstreiche. Und drittens die Tatsache, dass sich der Nordstadtverein am Mittwoch in seiner Mitgliederversammlung in einem einstimmigen Beschluss für den Verbleib von Blau-Weiß an der Ringallee ausgesprochen habe. Für Greilich macht das alles deutlich, »dass der Fortbestand des von der Stadt soeben ausgezeichneten Vereines durch die Planungen zur Landesgartenschau hochgradig gefährdet ist und sich der Integrative Jugendsportpreis letzlich nur als Trostpflaster, wenn nicht gar als Grabbeilage für den Verein erweisen könnte«.

Da mit Abschluss des Wettbewerbs Landesgartenschau die Zeit dränge, appelliert Greilich »an die übrigen Gießener Sportvereine sowie an Kreisfußballverband und Sportkreis Gießen«, dem Beispiel des Nordstadtvereins zu folgen und der Spielvereinigung Blau-Weiß Gießen bei ihrem Kampf um den angestammten Standort an der Ringallee »zur Seite zu stehen«.

Nicht ohne Brisanz ist die deutliche Wortmeldung politisch, weil Greilich auch Stadtverordneter der FDP und damit Teil der Jamaika-Koalition ist, die bislang beim Thema Landesgartenschau hinter dem eigenen Magistrat stand. So hat die für die Landesgartenschau zuständige Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich (Grüne) wiederholt erklärt, dass die Fläche des Sportplatzes für die Landesgartenschau gebraucht wird. Der erst vor einigen Jahren aufwändig sanierte Rotascheplatz liegt exakt dort, wo sich in vier Jahren der Hauptzugang zur Kernzone Wieseckaue befinden soll.

Die Kritik des FDP-Sozialpolitikers Greilich richtet sich in seinem Brief namentlich aber nicht gegen die Bürgermeisterin, sondern SPD-OB Dietlind Grabe-Bolz. Ihr wirft Greilich Heuchelei vor, wenn sie erkläre, dass eine Entscheidung hinsichtlich einer »grundsätzlichen Standortverlagerung« des Vereins derzeit nicht anstehe. Für Greilich sprechen die Entwürfe der Landschaftsarchitekten eine klare Sprache. Er fragt: »Wenn nicht jetzt, wann dann?«



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 08.02.2010 - 10.00 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang