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Das Feuer und die Folgen

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Artikel vom 10.01.2017 - 04.40 Uhr

Das Feuer und die Folgen

(chh). Das Aura liegt in Schutt und Asche. Der Brand, der am Samstagnachmittag nicht nur das Restaurant, sondern auch den Clubraum des Tanzclubs RWC Gießen und Teile des DLRG-Vereinsheims zerstört hat, ist zwar gelöscht. Die Folgen des Feuers sind aber noch nicht absehbar. Restaurantbetreiber, DLRG und Tanzclub blicken mit Sorgen in die Zukunft. Aber auch mit Zuversicht.

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Ein Blick in das ausgebrannte Aura. (Foto: Schepp)
© Oliver Schepp
Montagmorgen, kurz vor 11 Uhr: Auch zwei Tage nach dem großen Feuer im Aura weht ein beißender Gestank über das Gelände. Das Dach des griechischen Restaurants ist eingestürzt, im Inneren liegen Schutt und Asche, neben dem Eingang türmen sich versenkte Baustoffe. Die Flammen haben das Gebäude am Ufer der Lahn in eine Ruine verwandelt. Auch das Vereinsheim des Tanzclubs RWC Gießen ist zerstört. Dabei wurde hier Minuten vor dem Feuer noch freudig getanzt.

Eine Tänzerin erinnert sich: »Wir hatten das Training gerade beendet, mein Tanzpartner war schon im Keller und zog sich um. Ich war noch oben, als es plötzlich einen lauten Knall gegeben hat. Dann hat jemand gerufen: ›Das Aura brennt».« Als dann der Rauch durch den Türspalt gedrungen sei, habe sie ihren Tanzpartner alarmiert. »Durch den Eingang konnten wir nicht mehr nach draußen, weil schon alles voller Rauch war. Wir sind dann durch die Fluchttür hinter dem Tanzsaal entkommen.« Draußen habe sie dann gesehen, dass Teile des Gebäudes bereits brannten. »Das war ein Schock. Mir kamen die Tränen. Aber zum Glück haben wir es geschafft.«

Auch bei Lullu Kühle, der Vorsitzenden des Tanzclubs, sitzt der Schock noch tief. Obendrein macht sie sich Sorgen, wie es mit dem Verein weitergehen soll. »Es ist ganz furchtbar. Wir haben kaum Möglichkeiten, unsere Gruppen, vor allem die Kinder, unterzubringen.« Derzeit sei der Vorstand im Kontakt mit dem Sportamt, um Ausweichquartiere zu finden. »Uns wurde schon sehr geholfen. Das Sportamt tut, was es kann. Einige Möglichkeiten haben wir bereits. Ob das reicht, wissen wir aber noch nicht.« Die Schulturnhallen kämen jedoch nur bedingt in Betracht, da sie derzeit tagsüber von den Schulkindern und abends von Vereinen belegt seien. »Wir strecken unsere Fühler in alle Richtungen aus«, sagt Kühle, »wir müssen ja von jetzt auf gleich etwas finden.« Wie es mit dem völlig verbrannten Clubheim weitergehen soll, weiß die Vorsitzende ebenfalls noch nicht. »Wenn die DLRG das Gebäude wieder aufbauen darf, würden wir dort sehr gerne wieder zu Hause sein.«

Kellerbereich freigegeben

Das dürfte auch im Sinne der DLRG sein, schließlich ist sie Eigentümer des Gebäudes – und somit auf Mieteinnahmen angewiesen. Zusammen mit den Tänzern haben die Lebensretter die beiden Vereinsheime einst selbst aufgebaut. »Daher war das Gebäude für viele Mitglieder ein zweites Zuhause. Sie haben viel Zeit und ehrenamtliche Arbeit hierfür aufgewendet«, betont DLRG-Pressesprecher Christian Momberger. Das eigene Vereinsheim im Keller sei von den Flammen zwar weitgehend verschont geblieben, die Schäden seien trotzdem enorm, fügt der Vorsitzende Alexander Sack hinzu. »Das Wasser steht immer noch drei Zentimeter im Raum, wahrscheinlich gibt es auch Frostschäden.« Sack befürchtet, dass der Schaden am Gebäude bei über einer Million Euro liegt. Besonders tragisch: Die DLRG hat in den vergangenen Jahren viel Geld in die Immobilie gesteckt. Vor einigen Jahren erst wurde das Dach erneuert, vergangenes Jahr gab es neue Fenster. Das Restaurant erhielt zudem neue Toiletten. Auch in den eigenen Räumen der DLRG standen viele Umbauarbeiten an.

Mit 1,8 Millionen versichert

Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Während der obere Bereich des Gebäudes wegen Einsturzgefahr noch immer gesperrt ist (siehe Kasten), hat der Sachverständige den Kellerbereich am Montag freigegeben. »Wir dürfen jetzt unsere Gerätschaften ausräumen«, sagt Sack. Da aber noch immer Rauchgas in den Wänden hänge, könne man sich nicht lange in den Räumen aufhalten, das Ausräumen werde also einige Tage dauern. Sack ist aber zuversichtlich, dass die Boote, Fahrzeuge, Schwimmwesten und elektrischen Maschinen weitgehend verschont geblieben sind. »Das liegt daran, dass es oberhalb der Garage nicht sehr lange gebrannt hat, die Feuerwehr hat schnell gelöscht. Daher hoffen wir, dass die Wärmeentwicklung nach unten nicht so hoch war.«



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Artikel vom 10.01.2017 - 04.40 Uhr
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