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Christopher Street Day am 1. September

Artikel vom 11.08.2012 - 13.03 Uhr

Christopher Street Day am 1. September

Gießen (fd). Mehrere Vereine, Initiativen und Einzelpersonen organisieren derzeit den Christopher Street Day Mittelhessen. Am 1. September soll es in der Innenstadt einen Umzug und dann ein Fest am Kirchenplatz geben.

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Wird der CSD in Gießen ähnlich bunt wie hier in Frankfurt? (Foto: dpa)
Die Kneipe, vor deren Tür die Regenbogenfahne weht, gehört genauso zur Stadt wie der lesbisch-schwule Sportverein oder die Ringvorlesung, die sich unterschiedlichen sexuellen Identitäten widmet. »Da in Mittelhessen viele Menschen mit verschiedenen Orientierungen, Identitäten und Lebensentwürfen leben, die nicht der allgemeinen Norm entsprechen, sehen wir es als wichtig an, dies auch sichtbar zu machen«, sagt Holger Kleinert von der Aids-Hilfe, einer der Organisatoren.

Die Geschichte des CSD geht zurück auf Vorfälle um den 28. Juni 1969 in New York. Nach einer Polizeirazzia in einer Bar kam es zu einem Aufstand von Schwulen und Lesben mit Straßenschlachten in der Christopher Street. Heute versteht sich der CSD als Fest- und Gedenktag von Lesben, Schwulen oder Transgendern.

Als junge Studentenstadt sei Gießen zwar liberaler als die Provinz, sagt Kleinert, dennoch seien die Organisatoren des CSD Mittelhessen etwa bei der Bewerbung auf Widerstände gestoßen. So habe man in einem Fitnessstudio abgelehnt, Plakate für den 1. September aufzuhängen, obwohl entsprechende Flächen ausgezeichnet seien. Der Organisator des Festtags erklärt: »Es gibt tatsächlich homophobe Tendenzen in Gießen.« Ebenfalls erinnert Holger Kleinert an den vergangenen Sommer, als ein Hakenkreuz an die Fassade der Anlaufstelle von schwulen und transsexuellen Studierenden an der Justus-Liebig-Universität gesprüht wurde.

Für den 1. September erwartet die Aids-Hilfe dennoch ein buntes Fest. Workshops sind genauso geplant wie eine Musicalaufführung oder Auftritte etwa von Sookee aus Berlin. Die Moderation übernimmt mit Jessica Walker die bekannteste Dragqueen Frankfurts. Zudem wird es eine Talkrunde geben, zu der Vertreter der lesben- und schwulenpolitischen Arbeitskreise der im Landtag vertretenen Parteien eingeladen wurden. Auch Jürgen Lenders, der für die FDP im Landtag sitzt, kündigte sich in einer Pressemitteilung an: »Im Koalitionsvertrag von CDU und FDP wurde vereinbart, dass bestehende Benachteiligungen gleichgeschlechtlicher eingetragener Lebenspartnerschaften bzw. Ehen gegenüber der klassischen Ehe von Mann und Frau beseitigt werden. Denn wer die gleichen Pflichten übernimmt, dem dürfen auch nicht die gleichen Rechte vorenthalten werden.« Auf www.csd-mittelhessen.de kann das komplette Programm eingesehen werden.

Ab 12 Uhr ist ein Demonstrationszug vom Rathaus über Neuen Bäue, Seltersweg und Westanlage zum Fest auf dem Kirchenplatz geplant. Kleinert sagt jedoch: »Ich rechne dabei nicht mit den großen Zahlen.« Für viele Gießener sei es wohl mit einer gewissen Überwindung verbunden, beim CSD in der Stadt zu demonstrieren. »Es fällt ihnen wahrscheinlich leichter, nach Frankfurt oder Köln zu fahren. In der Heimat wollen sie vielleicht nicht unbedingt von ihrem Arbeitgeber gesehen werden«, schätzt der Organisator. Bei dem Fest auf dem Kirchenplatz jedoch könne man in der Masse untertauchen. Auch die abschließende Party in der »Ess-Bahn« werde hoffentlich bunt und voll.

Der Christopher Street Day gastiert nicht zum ersten Mal in Gießen. Bereits 1994 zogen Lesben, Schwule und Transgender durch die Innenstadt. Nun wird erwogen, den CSD Mittelhessen zu einer festen Institution werden zu lassen. Von Jahr zu Jahr könnte der Festtag in unterschiedlichen Städten ausgetragen werden. 2013 ist Marburg angedacht.

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Artikel vom 11.08.2012 - 13.03 Uhr
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