Gießen (if). Ein bemerkenswert lebhaftes Echo fand dieser Tage die Einladung zum zweiten »Abend der Gesundheit« im Evangelischen Krankenhaus Mittelhessen.
Noch lange nach Ende der Veranstaltung war Dr. Waas von Wissbegierigen umringt. (Foto: if)
Dabei informierte der Herzspezialist Dr. Wolfgang Waas in der dicht gefüllten Cafeteria des Hauses auf der Hardt über den Herzinfarkt, sein Zustandekommen und seine Behandlung.
Der Chefarzt, der im Januar vorigen Jahres im Rahmen einer Organisationsänderung die Leitung der neu geschaffenen Inneren Abteilung II »Kardiologie und Angiologie« im »EV« übernommen hat, schilderte im Verlauf der informativen Veranstaltung die Risikofaktoren, die das Zustandekommen der lebensgefährlichen Durchblutungsstörungen des Herzmuskels begünstigen, wies auf deren erste Warnsignale hin und vermittelte Ratschläge, wie sich Gefährdete, Betroffene und ihre Umgebung beim Verdacht auf einen Infarkt am besten verhalten. Zugleich beschrieb er ausführlich die heute verfügbaren Behandlungsstrategien, die sich unter der umgangssprachlichen Devise »Der Pfropf muss weg« beschreiben lassen: Dr. Waas erläuterte dabei detailliert das Vorgehen in seiner Abteilung, die »leitliniengerecht« nach internationalen Standards die Behandlung vornimmt. Er zeigte in diesem Zusammenhang das Katheterlabor, in dem über die Aufdehnung der Verschlüsse in den Koronargefäßen und gegebenenfalls deren Stabilisierung durch Metallstützen - so genannte stents - die Durchblutung des Herzmuskels so rasch wie möglich wieder hergestellt und damit ein weiterer Gewebsuntergang mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen verhindert wird. Dringend warnte der erfahrene Kardiologe bei der Schilderung der Alarmzeichen, die einen Infarkt befürchten lassen, vor einer »Eigenanfahrt« in die Klinik. Beim Verdacht auf Herzinfarkt sollte unverzüglich die 112 gewählt werden. Anrufe beim Hausarzt oder beim ärztlichen Notdienst bedeuteten Umwege.
»Der Rettungswagen ist der schnellste Weg zu einer wirkungsvollen Behandlung des Infarkts«, hatte einleitend auch der Beauftragte der Deutschen Herzstiftung« unterstrichen, die sich, von Ärzten gegründet, als größte Organisation ihrer Art seit über 30 Jahren der Beratung von Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen widmet und die zugleich Projekte fördert, die eine weitere Verbesserung der Behandlungsergebnisse erwarten lassen. Die »goldenen Tipps für ein gesundes Herz« der Stiftung lauten : »Bleiben Sie körperlich aktiv, achten Sie auf Ihr Gewicht, rauchen Sie nicht, lernen Sie Stress abzubauen, lassen Sie sich auf Diabetes untersuchen, kontrollieren Sie Blutdruck und Cholesterinwerte und gehen Sie regelmäßig zum Arzt«.
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