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Bundesanstalt erkundet Markt für Miller Hall

Artikel vom 14.02.2010 - 15.00 Uhr

Bundesanstalt erkundet Markt für Miller Hall

Gießen (mö). Jetzt ist es endgültig: Die Stadt wird die Miller Hall an der Grünberger Straße nicht übernehmen.
Ein beeindruckendes Bauwerk ist die 1925 fertiggestellte Volkshalle an der Grünberger Straße. Dennoch steht ihre Zukunft in den
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Ein beeindruckendes Bauwerk ist die 1925 fertiggestellte Volkshalle an der Grünberger Straße. Dennoch steht ihre Zukunft in den Sternen. (Foto: Schepp)
»Die Stadt Gießen hat uns mitgeteilt, dass sie von ihrem Vorkaufsrecht keinen Gebrauch machen wird und somit Abstand vom Erwerb der ehemaligen Volkshalle nimmt«, teilte dieser Tage auf Anfrage die Sparte Verkauf der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) in Koblenz mit. Nach der Absage aus Gießen werde die Bundesanstalt daher ab Mitte des Jahres eine »Markterkundung« für die Miller Hall durchführen, kündigte die BIMA an.

Wie es weiter hieß, werde sich die BIMA bei der geplanten Markterkundung »eng« mit der Stadt Gießen abstimmen. Details zu dem Verfahren will die Bundesanstalt zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekanntgeben.

Eine wichtige Rolle bei der Markterkundung dürfte die von der Stadt Gießen im vergangenen Jahr veröffentlichte Machbarkeitsstudie spielen. Ausgangspunkt des vom Gießener Architekturbüro aplus vorgelegten Gutachtens war ein Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes in eine Multifunktionshalle mit Gastronomie. Die Studie geht von einem Investitionsvolumen in Höhe von knapp acht Millionen Euro aus, um aus der 1925 vom Volkshallenverein gebauten Halle einen modernen Veranstaltungsort zu machen. Haustechnik, Energetik und Brandschutz wären die größten Kostenfaktoren. Den Kaufpreis schätzte Stadtrat Thomas Rausch seinerzeit auf knapp eine Million Euro.

Vor der Stadt hatte bereits das Land sein Desinteresse an einem Erwerb des Gebäudes bekundet, obwohl das nahe gelegene Sportinstitut der Universität ein Auge auf die Halle geworfen hatte, die zuletzt von den Amerikanern als Sportzentrum genutzt worden war.

Seit vielen Jahren eine Fürsprecherin einer öffentlichen Nutzung der Miller Hall ist Ellen Schaaf, Vorsitzende des Gießener Vereins KulturTour. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass die Gießener die Zukunft der Miller Hall »sehr interessiert«. Immer wieder erreichten sie Anfragen, wie’s mit der Halle weitergehen soll, berichtete Schaaf. Dass sich eine heimische Interessengruppe - nach dem Vorbild der BIDs - der alten Volkshalle annimmt, wäre aus Sicht von Schaaf wünschenswert. Gleichzeitig sieht sie das finanzielle Problem: »Wer hat schon so viel Geld?« Gleichwohl müsse es ein Ziel bleiben, dass das einst aus Bürgerspenden errichtete Gebäude künftig »wieder der Allgemeinheit zur Verfügung steht« und seinen »Volkshallen-Charakter« zurückerlangt. Als Nutzungen favorisiert die Vereinsvorsitzende Kultur und Sport.

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