Bürgermeisterin: Betreuungsgeld wäre eine »Katastrophe«
Gießen (mö). Für Gießens Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich ist es ein Horrorszenario: Eltern laufen mit einer Abmeldebescheinigung des Jugendsamts zum Versorgungsamt, um sich dort Monat für Monat 150 Euro dafür auszahlen zu lassen, dass sie ihre Kleinkinder nicht mehr in die Krippe bringen, sondern künftig allein betreuen.
Dies freilich könnte geschehen, wenn ab 2013 das von der schwarz-gelben Berliner Koalition vereinbarte Betreuungsgeld in Kraft tritt. »Das muss verhindert werden, denn das wäre eine Katastrophe«, übte die Jugenddezernentin am Donnerstag scharfe Kritik an den Plänen.
Vor dem Hintergrund der von Weigel-Greilich bei einem Pressegespräch präsentierten Zahlen, was die mittlerweile in Gießen erreichten Betreuungsgrade im Bereich »U 3« und den Kitas betrifft, rief sie zum Widerstand gegen das Betreuungsgeld auf. Nicht nur in Gießen und den Gremien des Städtetags werde das Betreuungsgeld »bei denen, die sich mit Kinderbetreuung befassen, parteiübergreifend abgelehnt. Das will die CSU in Bayern, sonst niemand«, so Weigel-Greilich.
Gerade mit Blick auf sozial problematische Stadtteile wie die Gießener Nordstadt, wo mittlerweile immerhin rund 70 Prozent aller Kinder eine Kita besuchten, warnte Weigel-Greilich vor den fatalen Folgen eines Betreuungsgelds insbesondere für die integrationspolitischen Bemühungen der Kommunen.
CDU/CSU und FDP haben die Einführung des Betreuungsgelds ab 2013 vereinbart, gezahlt werden soll es aber nur für unter dreijährige Kinder, die zu Hause betreut werden. Strittig zwischen Union und Liberale ist noch, ob die Leistung in Form von Bargeld oder Gutscheinen erbracht wird. Erst vor wenigen Tagen hatte die Bertelsmann Stiftung im Zusammenhang mit dem von ihm erstellten »Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme« das Betreuungsgeld als »völlig falschen Ansatz« kritisiert.
Das BID Marktquartier will dauerhaft ein Kinderkarussell auf den
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