Besonders glücklich wurde Georg Büchner in Gießen nicht
Büchners glänzender Karriere habe sich mit der Gefangennahme Minnigerodes ein Schatten beigesellt, die beständige, ungeheuere Angst vor der Haft. Nur so konnte er nach Ansicht des Referenten jemanden gerade so darstellen wie Woyzeck. Oesterle hob hervor, dass Büchner erstmals das Schicksal eines Pauper dargestellt habe, eines Unterschichtangehörigen, die vorher in der Literatur allenfalls komisch oder satirisch dargestellt wurden.
Büchner sei in eine Zeit der literarischen Involution hineingeboren worden, wie es auch die Spätromantik gewesen sei. In einer seltenen Kombination von Virtuose und Genie habe er sowohl den analytischen Blick des Arztes als auch poetische Virtuosität besessen. So sei die Büchnerforschung noch lange nicht beendet.
Zwei sehr beeindruckende Gedenkveranstaltungen, die nach 175 Jahren Büchners Einschätzung der hohen Mittelmäßigkeit Gießens bestens widerlegten. Ein Vortrag des Büchner-Biographen Hauschild folgt am 19. 11. um 20 Uhr im Netanyasaal, im nächsten Jahr soll der 175. Geburtstag des »Hessischen Landboten« gewürdigt werden. Hans-Wolfgang Steffek
Das BID Marktquartier will dauerhaft ein Kinderkarussell auf den
Marktplatz stellen. Damit soll die Trinkerszene verdrängt werden. Was
halten Sie davon?