Besetzer haben Versuchsfeld der Universität geräumt
Gießen (si). Das Feld der Justus-Liebig-Universität im Alten Steinbacher Weg ist wieder frei. Drei Wochen lang hatten dort Gentechnik-Gegner campiert, um einen Versuch mit gentechnisch veränderter Gerste zu verhindern.
Das Feld ist wieder frei. Wer für den Schaden aufkommt, ist noch unklar. (Foto: Schepp)
Den hatte die Hochschule hier in den vergangenen zwei Jahren im Rahmen des Biosicherheitsprogramms der Bundesregierung durchgeführt. Eine dritte Aussaat war nach Universitätsangaben - entgegen den ursprünglichen Planungen - in diesem Frühjahr allerdings nicht mehr vorgesehen.
Die Besetzer nahmen bei ihrem Abzug unter anderem den etwa 600 Kilogramm schweren Betonblock mit, an den sie sich im Falle einer Räumung anketten wollten. Der über zehn Meter hohe Turm steht noch.
Den materiellen Schaden am Feld konnte die Universität gestern noch nicht beziffern. Er dürfte sich auf mehrere tausend Euro belaufen. Unter anderem haben die selbst ernannten »Aktivisten« auf etwa 20 Meter Länge einen Zaun eingerissen, der nun erneuert werden muss. Die Hochschule hat gegen die Besetzer Strafanzeige erstattet. Ob sie sie auch für die Schäden zivilrechtlich zur Rechenschaft ziehen will, ist offen. »Wir behalten uns diesen Schritt vor«, sagte Sprecherin Christel Lauterbach gestern. Im anderen Fall müsste dafür - wie bei den Feldzerstörungen in den beiden letzten Jahren - der Steuerzahler aufkommen.
Auf dem Gelände des Instituts für Phytopathologie und Angewandte Zoologie war bei den Versuchen 2006/07 zum allergrößten Teil konventionelle Gerste ausgebracht worden. Auch jetzt ist dort wieder der Anbau von Futterpflanzen geplant.
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