Gießen (si). Bei dem Gießener Geschäftsmann, der vor zwei Wochen mit 140.000 Euro Falschgeld auf der Autobahn verhaftet worden ist, haben die Ermittler weitere »Blüten« entdeckt. Es handele sich um Scheine im Nennwert von 50.000 Euro, sagte Oberstaatsanwalt Reinhard Hübner am Mittwoch der Allgemeinen Zeitung.
Zum genauen Fundort und den Hintergründen machte der Pressesprecher mit Hinweis auf die weiter laufenden Ermittlungen keine Angaben. Er bestätigte allerdings, dass der 49-Jährige nach wie vor in Untersuchungshaft sitzt. Es gebe bislang keine Haftbeschwerde. Zur Sache habe sich der Unternehmer noch nicht geäußert. Sein Anwalt habe jedoch eine Aussage angekündigt, sagte Hübner.
Der Geschäftsmann war zunächst in Verdacht geraten, gefälschte Billigimitate teurer Schmuckstücke unter der Ladentheke zu verkaufen. Angeblich war dies auch den Grund für die Fahrzeugkontrolle in der Nähe von Würzburg, bei der der Gießener mit einem Begleiter in seiner Limousine festgenommen wurde. In der Wohnung des Mannes fand die Polizei tatsächlich größere Mengen gefälschten Markenschmuck. Die Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb nicht nur wegen des Verdachts, Falschgeld verbreitet zu haben, sondern auch wegen Verstößen gegen das Urheberrecht und außerdem wegen des Verdachts der Urkundenfälschung.
Allein für das »Inverkehrbringen von Falschgeld« droht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Sollten sich Hinweise darauf ergeben, dass der Beschuldigte auch am Geldfälschen beteiligt war und »gewerbsmäßig« oder als Bandenmitglied gehandelt hat, läge die Haftstrafe nicht unter zwei Jahren. Der zu erwartende Prozess wird vor dem Gießener Landgericht stattfinden.