Gießen (son). Eine wunderbare Gelegenheit, die kindliche Begeisterung für das Wissen rund um die Dinosaurier zu nutzen, zu erweitern oder gar zu wecken, bietet die Ausstellung »Giganten der Urzeit«, die vom 24. April an rund drei Monate in der Gießener Innenstadt zu sehen sein wird. Bei einer Fortbildungsveranstaltung für Erzieherinnen und Lehrkräfte machten die Gießen Marketing GmbH unter Federführung von Sadullah Gülec und das Institut für Biologiedidaktik der Justus-Liebig-Universität auf das Angebot aufmerksam.
Bei der Dinosaurier-Fortbildung gab es sogar ein echtes Reptil zu bestaunen. (Foto: Schepp)
Gerade im Vor- und Grundschulalter sind Kinder von Dinosauriern fasziniert. So mancher Achtjährige spult mit Leichtigkeit die lateinischen Namen der Urzeitreptilien herunter, Fünfjährige kennen die Reißzahnlänge des Tyrannosaurus Rex oder wissen, welche Körperhöhe der Brachiosaurus erreichen konnte.
Die Fortbildung lieferte Sachinformationen zum Thema Dinosaurier und hielt Tipps für Projekte in der pädagogischen Arbeit rund um die Urzeitriesen bereit.
Vor rund 60 Erzieherinnen und 75 Lehrkräften gab Professor Hans-Peter Ziemek mit einem interessanten Vortrag Einblick in die Lebenswelt der Dinosaurier und räumte mit Vorurteilen auf. Wie mit dem sogenannten »Flintstones«-Effekt, der bei vielen Leuten den Eindruck erweckt, dass Menschen und Dinosaurier in der Steinzeit gemeinsam existiert hätten. »Das war natürlich nicht der Fall«, sagte Ziemek. Zwischen dem Zeitalter der Dinosaurier und dem Aufkommen der ersten Urmenschen lägen mehr als 60 Millionen Jahre.
Mit einem einfachen Beispiel ließen sich die unvorstellbaren Zeiträume besser verdeutlichen, sagte Ziemeck. »Komprimiert man die Erdzeit auf 60 Minuten, so lebten die Dinosaurer von der 56. bis zur 59. Minute auf der Erde. Der Mensch existiert erst seit zwei Sekunden«. Die Ausstellung biete auch Gelegenheit, sich mit dem Thema Evolution zu beschäftigen. »Das ist nicht unbedingt erst eine Sache für die Oberstufe«, meinte der Wissenschaftler. Die Geschichte der Dinosaurier sei wie ein nicht endender Krimi, sagte Ziemek. Sie werde praktisch jedes Jahr neu geschrieben. Jährlich werden neue Arten und neue Fundstücke entdeckt.
»In 20 Jahren wird unser heutiges Wissen über Dinos komplett auf den Kopf gestellt werden«, war sich Ziemeck sicher. Vor einigen Jahren habe man sich nicht vorstellen können, dass einige der furchteinflössendsten Saurier befiedert gewesen sein könnten. Heute wisse man, dass einige Arten wie der Velociraptor oder mit dem Tyrannosaurus Rex verwandte Arten zumindest im Jugendalter Federn besaßen. Die Dino-Ausstellung biete daher einen wunderbaren Raum zum diskutieren und mitreden, gerade für Kinder. »Denn über Dinosaurier mitreden können die Kinder hier auf Augenhöhe«. Ziemek forderte die Erwachsenen auf, die Begeisterung und den Wissensdurst der Kinder für Dinosaurier nicht zu schmälern oder gar zu belächeln, sondern im Gegenteil zu fördern. »In den Augen mancher Erwachsener mag das nutzloses Wissen sein, aber die Lernforschung zeigt, dass Kinder auf solche Weise die Freude am Lernen erlernen, das Lernen selbst als Spaß empfinden.« Diese Fähigkeit sei unglaublich wichtig, sagte der Professor.
Das Institut für Biologie-Didaktik hält während der Ausstellungszeit weitere Angebote bereit. So können sich Schulen und Kindergärten für Gruppenführungen anmelden. Für zwei Euro pro Kind werden die Teilnehmer eine anderthalbstündige spannende Führung erleben.
Das BID Marktquartier will dauerhaft ein Kinderkarussell auf den
Marktplatz stellen. Damit soll die Trinkerszene verdrängt werden. Was
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