Bahnhofstreppe: OB lädt Denkmalbeirat ein - Rausch für moderne Lösung
Gießen (kw). Einen Tag vor der Bauausschuss-Sondersitzung zur Neugestaltung der historischen Treppe am Bahnhofsvorplatz will Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (SPD) den Denkmalbeirat mit dem Thema befassen. Stadtrat Thomas Rausch (CDU) wirbt derweil für die moderne Lösung rund um die restaurierte Treppe, die eine Magistrats-Mehrheit befürwortet hatte.
Wie berichtet, hatten seine eigenen Parteikollegen im Bauausschuss Änderungen verlangt.
Bei einer Ortsbegehung am Mittwochmittag wolle sie die Meinung des Beirates einholen, erklärt Grabe-Bolz. Insbesondere die neue Variante mit historisierenden Elementen sei diesen Fachleuten überhaupt noch nicht vorgestellt worden, so die OB. Die Meinung des Gremiums gehöre aber zur öffentlichen Diskussion.
Rausch schreibt indes, er bitte die Stadtverordneten um ihre Stimme für eine grundsätzliche Lösung mit modernem Umfeld. Bei beiden noch zur Diskussion stehenden Lösungen sei der Erhalt der denkmalgeschützten Treppe mit grünem Hügel vorgesehen, betont er. Die vom Magistrat favorisierte Variante ermögliche Kurzzeitparkplätze, ein Fahrradparkhaus, einen stadträumlich klaren Abschluss zur ehemaligen Hauptpost und eine gute Erreichbarkeit der Aufzüge.
Wie berichtet, sind Beiträge der Bürger bei der Sondersitzung am morgigen Donnerstag ab 17 Uhr ausdrücklich erwünscht. Bereits ab 16 Uhr sammelt die Bürgerinitiative für den Erhalt der Treppe Unterschriften vor dem Rathaus.
Ich bin davon überzeugt, dass die Gießener jetzt endgültig genug haben vom Schönheitssinn des Herrn Rausch, was Städtebauliches betrifft. Ich erinnere nur an den Marktplatz, den auswärtigen Freunden zu zu zeigen ich mich nicht mehr traue, weil bisher jede Mal der Kommentar kam: "Hübsch hässlich ...!" Beim rathaus ist es nur unwesentlich anders. Ist es nicht bezeichnend, dass Herr Rausch sowohl das Votum der Bürger ableht, die er ja zur Abgabe einer Meinung ausdrücklich aufgefordert hat, als auch das, was seine Parteikollegen als sinnvoll und gut erachten? Ich dachte bisher immer, wir haben hier eine Demokratie? Vielleicht hat ja die Oberbürgermeisterin einen Vorschlag, als Frau hat sie sicher mehr ein Auge für Schönes und für geschmackvolles Bauen als der Baudezernent (was nicht sonderlich schwer ist). Gießen hat nach Jahren der Entbehrung auf diesem Sektor endlich auch einmal ein schönes Bauwerk verdient!
Das BID Marktquartier will dauerhaft ein Kinderkarussell auf den
Marktplatz stellen. Damit soll die Trinkerszene verdrängt werden. Was
halten Sie davon?