Bahnhof: Unterführung wird doch nicht dieses Jahr fertig
Gießen (kw). Die Fußgängerunterführung im Bahnhof wird entgegen bisherigen Ankündigungen erst im neuen Jahr nutzbar sein. Der Endausbau sei für März angepeilt - ob das Datum zu halten ist, hänge vor allem vom Wetter ab. Einen provisorischen Zugang zum viel genutzten Gleis 2/3 wolle man möglichst schon früher öffnen.
Die neue Fußgängerunterführung im Bahnhof verbirgt sich noch hinter hölzernen Absperrungen: Entgegen den Ankündigungen wird sie doch nicht schon im Dezember zugänglich gemacht. (Foto: Schepp)
Das sagte Bahn-Sprecher Bernd Honerkamp auf AZ-Anfrage. Auf die Unterführung zugeschnitten sei im Übrigen auch die neue Überdachung des Bahnsteigs, über die derzeit manche Pendler schimpfen.
Bisher hieß es, noch im Dezember werde der Rohbau der unterirdische Verbindung zwischen dem Bahnhof und dem von den meisten Fernzügen angefahrenen Bahnsteig zugänglich sein. Das werde nun doch nicht zu schaffen sein, denn »die Treppen sind noch nicht fertig«, so Honerkamp. Einen möglichen neuen Termin konnte er nicht nennen. Endgültig abgeschlossen sein soll die rund 17 Millionen Euro teure Bahnhofs-Sanierung im Sommer des nächsten Jahres.
Damit bleibt den Zugnutzern - darunter allen, die ihre Weihnachts-Reisen von oder nach Gießen per Bahn unternehmen - vorerst weiterhin nur der Weg über den Fußgängersteg. Wegen der engen und ohnehin oft defekten Aufzüge bedeutet das für die meisten, dass sie Treppen von jeweils 41 steilen Stufen erklimmen müssen. Die neue Unterführung wird nicht nur kürzere Verbindungen und wohl bequemer zu besteigende Treppen bieten. Von dort aus werden dank des Bahn-Konjunkturprogramms auch größere Aufzüge zu sämtlichen Bahnsteigen führen.
Der beschwerliche und - vor allem beim Umsteigen zwischen dem Oberhessischen und Main-Weser-Teil - weite Weg zum Bahnsteig stört regelmäßige Zugnutzer besonders. Immerhin schon seit knapp zwei Jahren ist die alte Unterführung gesperrt. Zur Zeit ärgern sich viele außerdem über die große Lücke zwischen dem Steg und dem neuen Dach am Gleis 2/3. Auf einer Länge von 90 Metern gibt es keinen Wetterschutz außer einem kleinen Wartehäuschen. Und genau dort halten die Züge. Folge: Bei Regen stellen sich viele Fahrgäste auf den Treppenabgängen vom Steg unter. Das Dach sei zu kurz und zu weit von der Brücke entfernt, meinen einige.
Honerkamp verweist darauf, dass das neue Dach mit 115 Metern ebenso lang ist wie das alte. Es befinde sich nur etwas weiter südlich, wo auch der neue Fußgängertunnel gegraben worden ist. Derzeit stoppten die Züge eigens nah an der Brücke, um die Fußwege möglichst kurz zu halten. Wenn die Unterführung freigegeben ist, sollen die Bahnen im überdachten Bereich halten. Wer zum Parkhaus will oder von dort kommt, muss allerdings weiter die 90 Meter ohne Wetterschutz in Kauf nehmen. Einen stets trockenen Durchgang in Richtung Lahnstraße wird es vielleicht unterirdisch geben: Wie berichtet, strebt die Stadt an, den für die Baustellenfahrzeuge gegrabenen Zugang offen zu halten und das einstige Güterbahnhof-Areal umzugestalten.
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