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Bänninger: RP befürwortet Bauhaus-Ansiedlung

Artikel vom 08.02.2012 - 06.39 Uhr

Bänninger: RP befürwortet Bauhaus-Ansiedlung

Gießen (mö). Die beiden größten Gießener Projekte zur Ansiedlung und Erweiterung von Einzelhandelsunternehmen nehmen in diesem Monat womöglich eine ganz wichtige Hürde.

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Die Umnutzung des Bänninger-Areals im Schiffenberger Tal stößt beim Regierungspräsidium auf Zustimmung. (Foto: Henß)
Gießens Regierungspräsident Dr. Lars Witteck hat in zwei Beschlussvorlagen der am 28. Februar tagenden Regionalversammlung empfohlen, sowohl der Entwicklung der Industriebrache Bänninger als auch der Erweiterung der Handelshäuser Obi und Sommerlad am Grüninger Pfad zuzustimmen. Was das Bänninger-Gelände betrifft, sieht Witteck die Ansiedlung eines Bau- und Heimwerkermarkts der Kette Bauhaus weniger kritisch als die ebenfalls dort geplanten Fachmärkte für Sportartikel und Bürobedarf. Hier spricht sich der RP für eine Zulassung nur unter »Maßgaben« aus.

Die Stadt Gießen braucht die Zustimmung der Regionalversammlung, weil sie in beiden Fällen mit ihrer eigenen Planung vom Regionalplan Mittelhessen abweicht. Daher hatte die Stadt – wie berichtet – entsprechende Anträge auf Genehmigung einer Abweichung gestellt. Mit diesen Anträgen und den daraufhin vom Regierungspräsidium erarbeiteten Beschlussempfehlungen wird sich kommende Woche zunächst der Haupt- und Planungsausschuss der Regionalversammlung befassen.

Klar ist also, dass Wittecks Vorlagen die parlamentarische Hürde noch nehmen müssen. Dass ist angesichts des Verlaufs der Anhörung kein Selbstläufer, denn ein Dutzend Städte und Gemeinden aus dem Landkreis Gießen, darunter alle Kommunen im Umland Gießens, haben sich insbesondere gegen die Ansiedlung des Baumarkts ausgesprochen.

In der Bauhaus-Filiale, die über eine Verkaufsfläche von 16 500 Quadratmetern inklusive Baustoff-Abholmarkt verfügen soll, sehen die Fachleute des RP und Witteck selbst kein »raumordnerisches« Problem. Sofern die Warensortimente, die man auch in der Gießener Innenstadt kaufen kann, eine Verkaufsfläche von 650 Quadratmeter nicht überschreiten. Im Hinblick auf die Auswirkungen auf die Gießener Innenstadt sieht Witteck die Pläne zur Ansiedlung einer großen Intersport-Filiale dagegen »kritisch«. Der RP empfiehlt, dass die Verkaufsfläche für Sportartikel, die innenstadtrelevant sind, die Quadratmetermarke von 3000 nicht überschreiten darf. Wohlgemerkt gilt das für beide Seiten des Schiffenberger Wegs. Denn einbezogen in seine Überlegungen hat Witteck auch die Nachnutzung der Intersport-Filiale an der Karl-Glöckner Straße. Hier ist ein großer Radfachmarkt im Gespräch. Was den Bürofachmarkt betrifft – es ging zuletzt um das Unternehmen Staples – erwartet der RP konkretere Aussagen zur Sortimentsstruktur.

Die Säuberung und Umnutzung des Bänninger-Areals wird von Witteck grundsätzlich begrüßt. Die Revitalisierung der stadtnahen Brachfläche könne »aus Gründen des nachhaltigen Bodenschutzes« nachvollzogen und unterstützt werden, heißt es in der Beschlussvorlage.



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Artikel vom 08.02.2012 - 06.39 Uhr
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Leserkommentare
(08.02.2012 15:20)
Louisa
,-,
Naja, wenn die Betriebe und Filialen freie Hand hätten bei der Ansiedelung auf den grünen Wiesen, wäre der Seltersweg bald keine Fußgänger-, sondern eine Geisterzone mit verbarrikadierten Geschäften. Welchen Sinn allerdings ein weiterer Baumarkt auf dem Bänninger Gelände hat, verstehe ich nicht. Überhaupt gibt es in GI in vielen Bereichen ein starkes Überangebot, weshalb eine alternative Bebauung des Geländes deutlich mehr Sinn machen würde. Squash/Tennis/Eishalle, Wohnraum...Es gibt genug Beispiele. Keine Ahnung, warum immer mehr Handel her muss.
(08.02.2012 10:51)
Leser
@Sebastarus
Klar kann man auf Regionalpläne sowie Flächennutzungs- und Bebauungspläne verzichten. Das führt nur dann dazu, dass sich neben Ihrem Wohnhaus ein Industriewerk ansiedelt. Genau um das zu verhindern und um Ansiedelungen verträglich für den bestand zu machen, wird Regionalplanung betrieben. Oder um es anders zu sagen: Die geplanten Ansiedelungen verstoßen gegen "Gesetze". Darum muss die Regionalversammlung entscheiden, ob ihre Gesetze (in Form des Regionalplans) bestand haben sollen oder geändert werden sollen.
(08.02.2012 09:34)
Sebastarus
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Warum muss es den solche Diskussionen darum geben ob dieses oder jenes Geschäft irgendwo eine Filiale eröffnet. Solang diese genug Geld für das Grundstück mitbringen und sich an Gesetzte halten, soll doch jeder das machen dürfen was er will.
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