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Bäckerei Braun feierte 50-jähriges Bestehen

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Artikel vom 21.06.2010 - 13.30 Uhr

Bäckerei Braun feierte 50-jähriges Bestehen

Gießen (fd). Am Wochenende steht die Schlange der Hungrigen teils bis weit vor die Ladentür der Bäckerei Braun in der Bruchstraße. Die Menschen warten gerne, denn sie wissen: Es lohnt sich.
Bernd und Barbara Braun betreiben die Bäckerei mit Hauptsitz in der Bruchstraße. Insgesamt beschäftigen sie 50 Mitarbeiter.	(Fot
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Bernd und Barbara Braun betreiben die Bäckerei mit Hauptsitz in der Bruchstraße. Insgesamt beschäftigen sie 50 Mitarbeiter. (Foto: fd)
Die Stammkunden werden noch mit Namen begrüßt, man tauscht Neuigkeiten aus und nimmt sich Zeit für Höflichkeiten: Was macht die Familie? Wie läuft's im Job? »Wenn mein Mann morgens die berühmten Spitzweck - die besten Brötchen der Stadt - holt, kommt er sobald nicht wieder«, sagte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz am Sonntag schmunzelnd in der Kongresshalle, wo die Bäckerei Braun 300 Gäste zur Feier ihres 50-jährigen Betriebsjubiläums zum - wie könnte es anders sein? - Frühstück geladen hatte.

Kaffeeduft und natürlich der Geruch frischer Brötchen lag in der Luft, als das Betreiberpaar Barbara und Bernd Braun auf die Geschichte des Betriebs zurückblickte: Dessen Wurzeln liegen eigentlich in der Marburger Oberstadt, wo das frischgebackene Ehepaar Margarete und Ernst Braun 1960 mit »Mut, Ehrgeiz und viel Fleiß« eine alteingesessene Bäckerei übernommen hatten (sie feierten jetzt Goldene Hochzeit, siehe Meldung rechts). »Doch neben hervorragenden Brötchen haben sie auch andere Sachen gut gemacht«, verwies Grabe-Bolz im Rahmen der gestrigen Feierlichkeiten darauf, dass trotz der schweren Arbeit schon ein Jahr später Sohn Bernd Braun das Licht der Welt erblicken sollte.

Die Geschäfte florierten, doch bei den Brauns wuchs der Wunsch, die Pachtverträge gegen eine eigene Bäckerei einzutauschen: An den Wochenenden fuhren Margarete und Ernst Braun also durch ganz Hessen und suchten eine geeignete Bäckerei, die zum Verkauf angeboten wurde. »Es war eine anstrengende Zeit«, erinnert sich Ernst Braun heute. 1970 wurde man fündig in der Gießener Bruchstraße, wo das Ehepaar Wintterlin gerade seine alteingesessene Bäckerei aufgeben wollte. Noch heute erinnert sich Bernd Braun - damals gerade einmal zehn Jahre alt - an den Umzug: »Es war schrecklich. Schließlich war ich in der Backstube in Marburg aufgewachsen.« Mittlerweile kann er mit einem lächelnden Auge auf die damals ungeliebte Umstellung zurückschauen: Die Gießener Heimat hat er inzwischen nicht nur lieb gewonnen, die Stadt erwies sich auch als ein lohnenswertes Pflaster für gute Bäckerarbeit.

Schon bald wurden die Backstube erweitert, der Kundenstamm wuchs und auch durch Lieferungen an Krankenhäuser sowie große Betriebe wie Bänninger oder die Gailschen Tonwerke brummte das elterliche Geschäft. 1996 kam es zum offiziellen Generationswechsel. Nach knapp 36 Jahren übergaben Ernst und Margarete Braun die Firma an Sohn Bernd Braun - ein Schritt, der nach außen kaum wahr genommen wurde, da Bernd Braun, seinerzeit schon seit 10 Jahren Bäckermeister, in der Bäckerei bereits lange als »rechte Hand« von Chef und Chefin tätig gewesen war.

»Kein Marketing-Stratege könnte ein solches Konzept entwickeln«, freute sich Grabe-Bolz im Rahmen des Jubiläumsfrühstücks über den Erfolg des Traditionsbetriebs: Inzwischen umfasst die Bäckerei Braun sechs Niederlassungen, vier davon in Gießen, die anderen beiden in Linden und Launsbach. Dazu kommen zwei Verkaufsfahrzeuge, an denen die berühmten Spitzweck, Bauernbrote oder hausgemachter Kuchen auch in Wettenberg zu bekommen sind. Bei allem Erfolg lege man darauf wert, der »Gießener Bäcker mit Herz« zu bleiben. Und das wird nicht nur von den Kunden in Form von langen Schlangen bis vor die Ladentür prämiert: Für ihre seit 50 Jahren währende traditionsbewusste Handarbeit inmitten einer von Discountern umkämpften Branche ehrten auch Klaus Rupp, Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden, sowie Uwe Bock, Bäckerinnung Gießen, die Bäckerei Braun im Rahmen der Jubiläumsfeier.

Bernd Braun, der sich wegen einer Mehlallergie mit der Arbeit in der hauseigenen Backstube zurückhalten muss, gab das Lob weiter an seine insgesamt rund 50 Mitarbeiter, auf die er sich stets verlassen könne: »Auch wenn man nicht immer einer Meinung ist, und der Chef immer wieder mit neuer Arbeit kommt: Wir ziehen an einem Strang - und das meist sogar in die selbe Richtung«, dankte er für die teils langjährige Unterstützung im harten Geschäft, das bereits um halb zwei morgens beginnt. Seine Mitarbeiter seien die Hauptverantwortlichen dafür, dass morgens der wohlige Geruch frischer Brötchen in der Luft liegt und die Schlange der Hungrigen kaum kürzer wird.

Für Unterhaltung während des Jubiläumsfrühstücks sorgte Clown Ichmael. Die Erlöse gehen an den Ambulanten Kinderhospizdienst Gießen und die Deutsche Knochenmarkspenderdatei.

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Artikel vom 21.06.2010 - 13.30 Uhr
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