Artikel vom
11.03.2010 - 19.50 Uhr
Autoknacker will Wachmann ertränken
Gießen (P). Wegen eines versuchten Tötungsdeliktes ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft gegen einen Pkw-Aufbrecher. Er war in der Nacht zum Donnerstag an der Automeile von einem Wachmann erwischt worden und hatte diesen unter die Wasseroberfläche eines Grabens gedrückt. Eine Polizeistreife konnte noch rechtzeitig eingreifen und den Mann festnehmen.
Einem Wachmann war an dem Geländezaun eines Autohauses an der Automeile am späten Mittwochabend aufgefallen, dass der Draht frisch durchtrennt worden war. Zudem bemerkte er, wie ein Mann in Richtung Wald weg lief. Sofort verständigte er einen Kollegen. Dieser unterrichtete die Polizei, eilte ebenfalls zur Tatstelle und versuchte, dem Flüchtigen den Weg abzuschneiden. Das gelang ihm auch, und als der Fremde näher kam, sprach er ihn an. Der Mann rannte jedoch auf ihn zu und schlug dem 40-jährigen Wachmann mit voller Wucht eine Tasche gegen den Kopf. In der Tasche befanden sich, wie sich später herausstellte, zwei gestohlene Navigationsgeräte. Der Wachmann wehrte sich mit seiner Taschenlampe und wurde von dem Fremden in einen Wassergraben gestoßen.
Hier stürzte sich der Täter auf den Wachmann, würgte ihn und drückte ihm den Kopf unter Wasser. Als er sich aus seiner Lage befreien konnte, wurde er erneut umgerissen und gewürgt. Die eintreffenden Polizeibeamten konnten noch rechtzeitig eingreifen und den Fremden festnehmen.
Wie sich herausstellte, waren auf dem Gelände eines Autohauses zwei Autos aufgebrochen und die Navis daraus entwendet worden. Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen 44-jährigen Polen, der in anderen Bundesländern schon wegen ähnlicher Diebstahlsdelikte polizeibekannt war. Eine nächtliche Suche nach möglichen Mittätern verlief erfolglos.
Am Donnerstag wurde in Steinbach der Wagen des Festgenommenen entdeckt. Der 44-jährige gewalttätige Dieb wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Gießen dem Haftrichter vorgeführt und wegen Verdachts eines versuchten Tötungsdeliktes in Haft genommen.
Der Wachmann musste ambulant behandelt werden und sich einigen weiteren medizinischen Untersuchungen unterziehen. Die Ermittlungen dauern an.