Sie sind hier: Startseite » Stadt » Übersicht »

Autofahrer missachten Vorschrift zum Einfädeln

Artikel vom 11.09.2012 - 21.19 Uhr

Autofahrer missachten Vorschrift zum Einfädeln

Gießen (si). Nach der Straßenverkehrsordnung gilt vor Baustellen das »Reißverschlussverfahren«. Danach müssen sich Autofahrer »unmittelbar vor der Fahrbahnverengung« – und nicht schon weit vorher – »wechselweise« einordnen.

olistau_180812
Lupe - Artikelbild vergrössern
Beispiel Südanlage/Berliner Platz: Alle Abbieger in Richtung Neuen Bäue und alle Geradeausfahrer ordnen sich auf dem linken Fahrstreifen ein. Laut Straßenverkehrsordnung müssten sie auch die mittlere Spur bis zur Baustelle nutzen und sich dann einfädeln. Würde das beachtet, wären die Staus kürzer, und es gäbe weniger Konflikte. (Foto: Schepp)
Vielen Verkehrsteilnehmern scheint diese Regelung immer noch nicht bekannt zu sein. Das lässt sich derzeit wieder am Berliner Platz beobachten.

Die meisten Autofahrer, die von der Südanlage kommen und an der Kreuzung geradeaus weiterfahren oder in die Neuen Bäue einbiegen wollen, reihen sich nämlich stur in die linke Fahrspur ein – statt auch die daneben liegende mittlere Spur zu nutzen und sich vor der Baustelle einzufädeln, wie es eigentlich vorgeschrieben ist. So kommt es immer wieder zu völlig überflüssigen Verkehrsbehinderungen.

Dazu tragen auch Autofahrer bei, die aus der Bismarckstraße (im Foto rechts) kommen. Viele von ihnen beharren darauf, in der Südanlage auf die linke Spur zu wechseln, selbst wenn sich dort der Verkehr staut. Sie blockieren dadurch auch die Fahrzeuge hinter sich, die über den Berliner Platz in Richtung Ludwigsplatz weiterfahren wollen und eigentlich freie Fahrt hätten.

Zu allem Überfluss werden Autofahrer, die der Reißverschlussregel folgen und sich verkehrsgerecht verhalten, regelmäßig als Drängler behandelt – und dann angehupt oder sogar beschimpft. So gibt es vor der Baustelle häufig brenzlige Situationen, weil Ignoranten das Einfädeln verhindern wollen und rücksichtslos weiterfahren. Was viele nicht glauben: Bei einem Verkehrsunfall hätten sie schlechte Karten.

Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 11.09.2012 - 21.19 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Leserkommentare
(13.09.2012 09:44)
Bernhard
-
Ein guter Beitrag von Leser!
Was ich mich schon immer frage: Warum sind gerade die deutschen solche Autofetischisten, die ihr Gefährt mehr pflegen und hegen als eine Frau, während das Auto in anderen Ländern wie Frankreich zb eher als Nutzmittel betrachtet wird? Insgesamt glaube ich, dem deutschen Freifahrer fehlt einfach die Intelligenz, manche Regeln zu begreifen...
(13.09.2012 08:34)
marty_Gi
Sonntag
Am Sonntag ging das wegen des Radrennens ja auch von der anderen Seite - und ich schien der einzige zu sein, der weiss, wie das mit dem Reissverschluss tatsaechlich funktioniert (fuer alle, die es nicht wissen, einfach mal an der Hose runterschauen, da geht es auch immer nur an einer Stelle und nicht, wenn man oben schon mal was einhakt waehrend von unten zugezogen wird...)
Und prompt wurde ich von den in langer Schlange stehenden "ausgegrenzt", mit "dem Vogel" bedacht, und natuerlich nicht reingelassen, wie es eigentlich die Vorschrift gewesen waere.
Armes Deutschland, das eine solch einfache Sache nicht kapiert.
Ach: Freie Fahrt fuer freie Fahrradler auf Gehsteigen haben wir ja schon - besonders lustig derzeit am Bahnhof, auf der Strecke vom Mathematikum zum Bahnhofsvorplatz. Vorbildliche Radfahrer!!!, die zu mehr Gelassenheit fuehren...
(12.09.2012 10:12)
Gießenerin
Wie kann man nur
einen Artikel erst loben und dann wieder schlecht so machen? Der Artikel beschreibt völlig neutral eine Verkehrssituation und fordert auf keinen Fall dazu auf, einen Unfall zu provozieren. Das grenzt ja schon fast an Verleumdung und zeigt einfach nur, dass es Menschen gibt, die nichts besseres zu tun haben, als immer in allem etwas Negatives zu sehen. Ich bin selbst Radfahrerin, aber solche "Autohasser" sind einfach nur lästig und provozieren mit ihrer arroganten Überheblichkeit gefährliche Situationen im Straßenverkehr.
(12.09.2012 00:24)
Leser
Endlich einmal klare Worte!
Bei diesem Artikel war ich wirklich überrascht: Endlich werden mal klare Worte gefunden, wenn es um das Fehlverhalten von Verkehrsteilnehmern geht und ausnahmsweise werden auch nicht Fußgänger und Radfahrer als völlig Verantwortungslos und Egoistisch dargestellt, sondern Autofahrer. So klare Worte hätte ich mir auch gewünscht, wenn sich mal wieder illegale Gehwegparker oder Temposünder mit Krokodilstränen melden und das Bußgeld von 15 Euro als Abzocke oder gar modernes Raubrittertum darstellen und die Zeitungen diesen Verkehrsrüpeln auch noch eine Plattform bietet und sie bestärken.
Da frage ich mich also, was zu dieser geänderten Berichterstattung führt. Das besondere Gefahrenpotential kann es wohl nicht sein, denn dieses Fehlverhalten der Autofahrer gefährdet im Gegensatz zu vielen anderen Vergehen niemanden. Erst der zwischen den Zeilen versteckte Aufruf, bewusst einen Unfall zu provozieren, weil man dann ja im Recht sei und der andere den Schaden bezahlen müsse, mag eine gewisse Gefahr darstellen, wobei es nur der Blechschaden wäre und der Autofahrer völlig gesund daraus hervorgehen würde.
Nein, der wirkliche Grund ist wohl ein anderer: Hier werden ausnahmsweise mal Autofahrer behindert und das muss natürlich angeprangert werden, denn wo kämen wir da hin, wenn das Grundrecht des Autofahrers auf "freie Fahrt für freie Autobürger" angetastet wird?
(Ach ja: Vermutlich zu etwas mehr Gelassenheit und weniger Rechthaberei im Verkehr)
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang