Auf dem Kirchenplatz kann man allwinterlich Schlittschuh laufen
Gießen (kw). Nicht nur für Kinder ist das Schlittschuhvergnügen auf dem Kirchenplatz ein großer Spaß, auch viele Erwachsene genießen es.
Zum Besuch bei den Großeltern in Gießen gehört für die achtjährige Sirena das Rundendrehen auf der Eisbahn mit Großvater Udo Dammert und einer Lauflernfigur. (Foto: Schepp)
Gießen (kw). Vorsichtig dreht Sirena eine Runde auf der weißen Fläche, die Hände immer an den Griffen am Kopf des lustigen Zwergs. Die »Lauflernfigur« gibt der Achtjährigen Halt. Steht sie heute auf dem Gießener Kirchenplatz zum ersten Mal auf Schlittschuhen? »Nein. Ich bin schonmal in Limburg gefahren und letztes Jahr auch hier«, berichtet das Mädchen. Spaß macht es immer - »auch wenn ich mal hinfalle«.
Nicht nur die Kinder genießen das Schlittschuhvergnügen vor historischer Kulisse, sondern auch viele Erwachsene. Etwa Sirenas Großvater Udo Dammert, der früher öfter einmal auf dem zugefrorenen Gießener Schwanenteich auf den Kufen stand. »Das würde ich mich heute wohl nicht mehr trauen« - die Winter seien ja längst nicht mehr so kalt. Aber nicht nur aus Sicherheitsgründen gefällt dem 64-Jährigen das Innenstadt-Angebot: »Man kommt mit Gleichgesinnten ins Gespräch, der Platz ist leicht zu erreichen, es gibt etwas Warmes zu trinken.« Und Schlittschuhe leihen kann man auch ganz einfach vor Ort - wenn man nicht wie Sirena die eigenen mitbringt.
Die Achtjährige aus Eisenbach bei Bad Camberg ist wohl eine besonders weitgereiste Besucherin der Gießener Eisbahn. Aber viele Nutzer nehmen recht lange Anfahrten auf sich, weiß Beate Weiland, Prokuristin der Wohnbau Mieterservice GmbH als Veranstalterin. Viele Familien gingen gemeinsam aufs Eis. Manche Eltern ließen ihre größeren Kinder auch Schlittschuh laufen, während sie selbst Einkäufe erledigen.
In jedem Fall habe sich das Angebot längst bewährt, das im Winter 2006/2007 seine Premiere erlebte. Diesmal wurde die Fläche um 75 auf 525 Quadratmeter vergrößert und die Saison bis zum 24. Januar verlängert, sodass sie von Schulklassen auch nach den Weihnachtsferien genutzt werden kann. Und das bei fast jedem Wetter, so Beate Weiland: »Problematisch werden kann es höchstens bei viel Regen.«
Das ist ganz anders bei der Natur-Eisbahn, die einige Hockeysportler kurz vor Weihnachten an der Eichgärtenallee geschaffen hatten. In den eisigen Nächten bewässerten sie mit viel Aufwand die Rollschuhbahn ihres REC Gießen, um dort Eishockey zu spielen, aber auch Schlittschuhvergnügen für jedermann anzubieten. Sollte es noch einmal eine längere Kälteperiode mit Temperaturen deutlich unter null Grad geben, so wollen die Sportbegeisterten dort erneut den Kufenspaß ermöglichen.
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