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Auch Gießen hat einen Fußball-Weltmeister

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Artikel vom 03.08.2014 - 10.00 Uhr

Auch Gießen hat einen Fußball-Weltmeister

Gießen (jri). Auch Gießen hat einen Fußball-Weltmeister: Er heißt Dr. Kai Braun und arbeitet als Urologe im Fachärztezentrum am Evangelischen Krankenhaus. Mit der Deutschen Fußball-Ärzte-Mannschaft (DFAE) hat Braun in Brasilien das erstmals ausgetragene Kleinfeld-WM-Turnier für Ärzte über 45 Jahre gewonnen.

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Kai Braun (2. v. r.), Jan Ebersohn (3. v. l.) und Mathias Bargello (vorn) mit Weltpokal und drei Teamkollegen am Strand von Rio. (Foto: pv)
© Red
Dabei verwandelte der 47-jährige Gießener im Finale in Natal (Nordostküste) den entscheidenden Strafstoß im Neunmeterschießen gegen das brasilianische Team. In der regulären Spielzeit war die Partie torlos geblieben.

»Der Sieg im Ü-45 Turnier war für mich ein kleiner Trost, weil es diesmal mit der normalen Ärzte-Mannschaft auf dem Großfeld nicht mit der Titelverteidigung geklappt hat«, lacht Braun, der eigentlich Torwart ist und einst in der Oberliga beim VfB Gießen und beim FSV Fernwald zwischen den Pfosten stand. Im Vorjahr hatte der Urologe in Ungarn zusammen mit Dr. Jan Ebersohn (37), Allgemeinmediziner mit Praxis in Hungen und ebenfalls ehemaliger Oberligaspieler (unter anderem FSV Steinbach, VfB Marburg), den WM-Titel für das deutsche Ärzteteam geholt. Diesmal reichte es für die beiden nach einem Remis gegen Tschechien und zwei Siegen gegen die USA und Südkorea in der Vorrunde sowie einer 1:3-Niederlage gegen Brasilien im Viertelfinale nur zum achten Platz unter 16 Teams – obwohl Braun und Ebersohn mit dem 32-jährigen Dr. Mathias Bargello vom MTV 1846 Gießen noch einen weiteren heimischen Kicker in die Ärzte-Elf holten. Der 32-Jährige Unfallchirurg spielte in der Jugend hochklassig beim SV Wehen.

Kicken und Vorträge halten

In den Kader nominiert wird man bei den Ärzten allerdings hauptsächlich durch Empfehlung: »Es muss sportlich, aber auch menschlich passen«, erklärt Braun, der seit dem Jahr 2002 regelmäßig bei den Ärzte-Weltmeisterschaften dabei ist und das Amt des Vizepräsidenten bei der DFAE innehat. Reise und Unterkunft müssen alle Teilnehmer selbst bezahlen. Allerdings dient die WM auch als Fortbildungsmaßnahme: Jede mitspielende Nation muss aus dem Kreis ihrer Akteure zwei Referenten stellen, die dann auf Englisch Vorträge über medizinische Themen halten. »So lerne ich als Urologe auch etwas Neues, zum Beispiel über Orthopädie«, erklärt Braun.

Das eigene sportliche Abschneiden war einen Tag später dann fast nur noch Nebensache: Denn da erlebten Braun, Ebersohn und Bargello im legendären Maracana-Stadion von Rio de Janeiro live das Tor von Mario Götze und damit den 1:0-Sieg der deutschen Fußball-Nationalelf im Finale gegen Argentinien mit. »Das war ein Riesenerlebnis, das wir nie vergessen werden«, sagen die drei rückblickend. Bei Schweinsteiger sei von der ersten Minute an zu spüren gewesen, dass er das Spiel unbedingt gewinnen wollte. »Und die Argentinier waren nach 70 Minuten konditionell völlig platt, das konnte man im Stadion noch besser sehen als am Fernseher«, berichtet Ebersohn. Von der Situation der Menschen in Brasilien haben die drei heimischen Ärzte nur wenig mitbekommen. Doch Ebersohn, der sein praktisches Jahr in Brasilien in mehreren Krankenhäusern absolvierte und das Land deshalb recht gut kennt, weiß, »dass das soziale Gefüge dort leider völlig aus dem Ruder läuft.« Bei der Ärzte-WM standen jedoch der Sport und die Seminare mehr im Vordergrund als das Kennenlernen von Land und Leuten.

Nächste WM in den USA

Im nächsten Jahr wird übrigens Long
Beach in Kalifornien das Reiseziel der drei kickenden Ärzte sein, deren Weltmeisterschaft anders als bei den Fußballprofis nicht alle vier Jahre, sondern jedes Jahr ausgetragen wird.

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Artikel vom 03.08.2014 - 10.00 Uhr
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