An Uni und FH immer weniger Studienplätze frei zugänglich
Gießen (si). An den beiden Gießener Hochschulen werden im kommenden Semester doppelt so viele Studiengänge wie im vergangenen Winterhalbjahr zulassungsbeschränkt sein.
An der Justus-Liebig-Universität sind es 44 (vorher 23), und zwar sowohl bei Bachelor- und Master- als auch bei Lehramtsabschlüssen. Die Fachhochschule Gießen-Friedberg führt Kapazitätsbegrenzungen in sieben weiteren Bachelorfächern ein, so dass nun insgesamt 15 Studiengänge nicht mehr frei zugänglich sind. Das hessische Wissenschaftsministerium folgte dabei jeweils den Anträgen der Hochschulen, die sich auf diese Weise gegen die weiter steigenden Studierendenzahlen wappnen.
Die Justus-Liebig-Universität weitet ihren Numerus clausus vor allem bei den Lehrämtern aus. Hier waren bislang drei Studiengänge zulassungsbeschränkt (die Lehrämter für Grundschulen und Förderschulen sowie Biologie/Gymnasien), künftig sind es 18. Neu hinzu gekommen sind die Fächer Arbeitslehre, Chemie, Deutsch, Englisch, Erdkunde, Geschichte, Mathematik sowie Politik und Wirtschaft (Haupt- und Realschule und/oder Gymnasium). Im Bereich Bachelor/Staatsexamen gab es bislang schon 15 zulassungsbeschränkte Studiengänge, darunter Human-, Tier- und Zahnmedizin, die als einzige bundesweit einem NC unterliegen. Hinzu kommen jetzt Anglistik, Germanistik, Berufliche und Betriebliche Bildung (in verschiedenen Fachrichtungen), Fachjournalistik Geschichte sowie Social Sciences.
Schließlich werden künftig fünf Masterstudiengänge reglementiert: Zusätzlich zu Ernährungswissenschaften und Umwelt- und Ressourcenmanagement ist das die Psychologie, außerdem Elementar- und Integrationspädagogik sowie Außerschulische Bildung. Die beiden erziehungswissenschaftlichen Studiengänge rechnen mit einer besonders starken Nachfrage von Bachelor-Absolventen. Sie kommen aus den Schwerpunkten Außerschulische Bildung bzw. Bildung und Förderung in der Kindheit, die vor drei Jahren einen ungeheuren Zulauf erlebten - paradoxerweise deshalb, weil es dort zunächst keine Zulassungsbeschränkungen gab.
Die Fachhochschule Gießen-Friedberg führt einen Numerus clausus neu ein in den Disziplinen Maschinenbau, Mechatronik, Biomedizinische Technik, Biotechnologie/Biopharmazeutische Technik, Energiesysteme, »KrankenhausTechnikManagement« sowie Umwelt-, Hygiene- und Sicherheitstechnik. Damit sind jetzt alle Studiengänge des Fachbereichs Krankenhaus- und Medizintechnik, Umwelt- und Biotechnologie (KMUB) zulassungsbeschränkt.
Die vom Wissenschaftsministerium genehmigten Höchstzahlen bewegen sich in einer großen Spannbreite. So können an der Universität bis zu 370 Erstsemester in Betriebswirtschaftslehre einsteigen, in der Lebensmittelchemie sind es nur 30. An der Fachhochschule nimmt das Fach Energiesysteme maximal 15 Studierende auf, in der Biotechnologie sind es 130. Wie in den Vorjahren, werden auch jetzt wieder einige Fächer ihre Höchstzahlen nicht ausschöpfen; dort kommen alle Bewerber zum Zuge. Die Plätze werden zu 80 Prozent nach dem Hochschulauswahlverfahren vergeben, dabei entscheidet in aller Regel die Abiturnote (in seltenen Fällen wird außerdem eine fachbezogene Berufsausbildung berücksichtigt), und zu 20 Prozent nach Wartezeit (maßgeblich ist der Zeitraum seit Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung).
Die Universität hat die ersten Zulassungsbescheide schon verschickt, die meisten Fächer folgen in den nächsten Wochen. Die Fachhochschule startet Anfang August.
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