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Amateurfunktreffen mit rund 50 Ausstellern

Artikel vom 09.02.2010 - 13.00 Uhr

Amateurfunktreffen mit rund 50 Ausstellern

Gießen-Kleinlinden (ina). Dass es sich beim Amateurfunk nicht um ein aussterbendes Hobby handelt, machte das 3. Amateurfunktreffen der Ortsverbände F 07 Gießen und F 19 Wetzlar am Wochenende im Bürgerhaus Kleinlinden deutlich. Etwa 50 Aussteller beteiligten sich am Sonntag an einem Flohmarkt für Funkgeräte und Zubehör.
Peter Scherp aus North Carolina, vor acht Jahren mit Kind, Hund und Funkausrüstung nach Kassel übergesiedelt, machte die Veranst
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Peter Scherp aus North Carolina, vor acht Jahren mit Kind, Hund und Funkausrüstung nach Kassel übergesiedelt, machte die Veranstaltung per Internetverbindung der ganzen Welt zugänglich. (Foto: ina)
Hier bot sich nicht nur das eine oder andere Schnäppchen an, sondern auch die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen oder sich persönlich kennen zu lernen, sofern man sich bisher nur vom Funk kannte.

Das sei nämlich das Spannende beim Funken, erzählte Hans-Peter Rust, Vorsitzender des Ortsverbandes F 07 Gießen. Im Gegensatz zur Kommunikation über Telefon und Internet wisse man beim Funken nie, ob sich ein Russe, ein Amerikaner oder ein Spanier melde. Dank der internationalen Fachsprache gebe es keine Verständigungsprobleme, so dass man sich auch ohne Englisch- oder andere Sprachkenntnisse austauschen könne. Meist ginge es dabei um Privates, wo der andere wohne und was er gerade mache. Natürlich gebe es wie in allen Vereinen Nachwuchsprobleme, räumte Rust ein, der selbst erst mit 48 Jahren zum Amateurfunk gekommen sei. Andererseits sei beim Bastelabend mit Peter Zenker, der am Samstag im Rahmen des Treffens stattfand, auch ein Zwölfjähriger mit seinem Vater dabei gewesen.

Heute bastle man wieder viel selbst, allerdings oft mit Baukästen, während man eine Zeitlang Geräte und Zubehör lieber gekauft habe. Er arbeite meistens ohne Baukästen und entwickle auch einen Teil der benötigten Schaltungen selbst, erzählt der Vorsitzende nicht ohne Stolz. Das Zubehör bekomme man in Elektronikläden. Da es von ursprünglich drei Läden in Gießen aber nur noch einen gebe, müsse man vieles auch bestellen.

Während Funken auf der einen Seite als Hobby betrieben wird, stellt es andererseits für Feuerwehr und Rettungsdienst eine Notwendigkeit dar. In zwei Einsatzwagen der Johanniter konnten sich Besucher über die Nutzung des kommerziellen Funks informieren. Viele Amateurfunker des Ortsverbandes seien auch bei den Johannitern tätig, da sich die Interessen überschneiden, erklärte Rust. Beides habe mit Funk zu tun.

Beim Notfunk handele es sich dagegen um ein Bindeglied zwischen kommerziellem Funk und Amateurfunk, betonte Jürgen Zimmer von der Notfunkgruppe Vogelsberg. Notfunker seien durch Batterien und Generatoren vom Stromnetz unabhängig und kämen deshalb bei Katastrophen zum Einsatz, wenn der kommerzielle Funk ausfalle. Während Amateurfunker in Spanien verpflichtet seien, sich als Notfunker bereitzuhalten, gebe es diese Verpflichtung in Deutschland noch nicht, weshalb die Arbeit der Notfunker ehrenamtlich sei und aus eigener Tasche finanziert werde. »Ein Hobby im Hobby sozusagen«, beschreibt Zimmer sein Engagement.

In Vorträgen rund ums Thema Funk, einer Ausstellung zu verschiedenen Funkbetriebsarten in UKW-Bereich und Kurzwelle und verschiedenen Workshops erfuhren die Besucher viel Wissenswertes, beispielsweise über den preiswerten Aufbau von selbst gebauten Antennen. Beim Besuch eines Fernsehübertragungsanhängers konnte man außerdem miterleben, wie die Veranstaltung über das Amateurfunkfernsehen übertragen wurde. Erste Versuche in der Telegraphie konnten große und kleine Interessenten bei Reinhard Blaschke vom Ortsverband F 19 Wetzlar unternehmen, was bei Erfolg mit der Auszeichnung des »Klopfer Junkers Diplom«, benannt nach Flugzeugbauer Hugo Junkers, belohnt wurde. Dass auch moderne Kommunikationsmittel eine wichtige Rolle spielt, zeigte Peer Scherp, der die Veranstaltung per Internetverbindung der übrigen Welt zugänglich machte.

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