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Alte Post: Handhabe der Stadt »geht gegen Null«

Artikel vom 16.11.2009 - 22.04 Uhr

Alte Post: Handhabe der Stadt »geht gegen Null«

Gießen (mö). Hausbesetzung! Zurückversetzt in die 70er und 80er Jahre mag sich mancher Leser gestern bei der Zeitungslektüre gefühlt haben. Wie berichtet, war am Wochenende die seit 17 Jahren leerstehende Alte Post in der Bahnhofstraße nach Polizeiangaben von 30 bis 40 Personen besetzt worden.
Die Alte Post in der Bahnhofstraße steht seit 1993 leer.	(Foto: Schepp)
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Die Alte Post in der Bahnhofstraße steht seit 1993 leer. (Foto: Schepp)
Mittlerweile ist das Gebäude geräumt, aber die Teilzeitbesetzer wollen wiederkommen. »Bis Weihnachten werden hier 30 Leute fest wohnen«, kündigen die linksgerichteten Besetzer in einem eigens eingerichteten Internet-Blog an. Die von langer Hand vorbereitete »Eröffnungsfeier des Kulturzentrums ›Alte Post‹« wirft ein Schlaglicht auf gleich zwei Problemimmobilien in der Bahnhofstraße, die seit einiger Zeit mit hohem Steuergeldaufwand saniert wird. Und folgen soll ab 2011 auch noch der Umbau des Bahnhofsvorplatzes.

Stadtplanungsdezernent Thomas Rausch (CDU) geht nicht davon aus, dass die Eigentümer der Alten Post und des Samen-Hahn-Anwesens selbst investieren werden. »Hier geht erst wieder etwas, wenn neue Investoren mit neuen Ideen kommen«, sagte der Stadtrat gestern der AZ. Die Handhabe der Stadt, selbst Maßnahmen gegen die beiden Schandflecken zu ergreifen, geht laut Rausch »gegen Null«.

Denn anders als im Fall der Südanlage 10 kann die Stadt bei der Alten Post und dem Samen-Hahn-Haus nicht auf die »besondere städtebauliche Entwicklungsmaßnahme« zurückgreifen. Dieses planungsrechtliche Instrument würde es der Stadt ermöglichen, die Grundstücke dem jetzigen Eigentümer gegen Zahlung des Verkehrswerts abzunehmen, um sie selbst zu vermarkten und bebauen zu lassen. Bei der Südanlage 10, die der gleichen Familie gehört wie die Alte Post und das Grundstück im Reichensand, konnte die Stadtverordnetenversammlung diese Drohkulisse aufbauen, weil es sich um ein Trümmergrundstück in bester Lage gehandelt hatte, das die Stadt wieder losgeworden wäre. Dessen waren sich die Eigentümer bewusst und machten schließlich durch Verkauf selbst den Weg für das Projekt »Wohnen am Theaterpark« frei. Die Alte Post und das Samen-Hahn-Haus sind dagegen denkmalgeschützt und verlangen nach besonders kapitalkräftigen Investoren. Fänden die sich nicht, bliebe die Stadt auf den Immobilien sitzen.

So gesehen könne eine Kommune kaum etwas machen, »wenn Eigentümer ihr Eigentum verkommen lassen«, stellte Rausch fest. Immerhin konnte der Stadtrat vermelden, dass der Bau eines Parkhauses zwischen Alter Post und Oberhessischem Bahnhof durch einen Privatinvestor weiter forciert wird, nachdem einige Probleme mit der Gründung des Bauwerks aufgetreten waren. Von dieser Investition verspricht sich die Stadt nicht nur eine Minderung des Parkdrucks auf den gesamten Bahnhofbereichs, sondern auch ein Argument - Stichwort Stellplatznachweis - für eine Investition in die Alte Post. Was deren Nutzung als Großgastronomie betrifft, ruht seit 2003 ein Bebauungsplanverfahren der Stadt.

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Artikel vom 16.11.2009 - 22.04 Uhr
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Leserkommentare
(18.11.2009 09:04)
Sneak97
Parplatz
@Querdenker: Wenn ich mich richtig erinnere, dann hat die Stadt die Nutzung als Parkplatz unterbunden in der Hoffnung, dass der Eigentümer das Gelände ohne diese Einnahmen schneller einer Sinnvollen Nutzung zuführt. Hat leider nicht geklappt.
(17.11.2009 10:55)
Querdenker
Warum ?
Immer wieder verfolge ich Themen wie diese und wundere mich jedesmal darüber das eine kleine Gartenlaube weg muß weil ein Beamter ,vielleicht aus Neid oder wegen schlechter Laune darüber entscheidet und damit Menschen die sich da wohl fühlen die einzige Freude nimmt die sie nach einem langen Arbeitstag haben. Liegt es daran das man da mit dem Bagger schneller dran kommt ohne Straßen zu sperren oder an was liegt das.
Ich bin als kleiner Junge schon mit meiner Oma zu Samen Hahn gegangen und mit meiner Mutter auch. Verstanden habe ich es nie warum dann als ich den Führeschein gemacht habe der Parkplatz da weg kam und das Gelände somit wenigstens ein nutzen hatte. Steckte da damals jemand dahinter der auch ein Parkhaus besitzt- keine Ahnung aber der Verdacht liegt nah.
Was kann sich die Fam. die als Eigentümer da stehen denn noch alles in Giessen erlauben. Erst wird der Samen Hahn dem Verfall überlassen, es ist nur noch eine Frage der Zeit bis die Hütte als baufällig erklärt wird und dann zum Abriss per Verfügung weg kommt, wenn da die Stadt nicht mal Geld mitbringt und den ganzen Abriss noch selbst bezahlen muß weil der Eigentümer eventuell zahlungsunfähig ist. Selbst wenn die Stadt nur in Vorkasse treten müsste, Baufällig ist Baufällig und die Bahnhofstrasse sperren wird wohl unmöglich sein.
Die alte Post wird so enden wie das Gebäude Samen Hahn.
Als noch Geld in der Kasse war wurde die Chance nicht genutzt und die Häuser nicht gekauft, warum nahm die Stadt nachdem sie gewusst haben muß das der Bausanierer ( Ruinen Errichter) nicht ihr Vorkaufsrecht in Anspruch oder erlegte auflagen sollte das Haus anderweitig verkauft werden unter der Option das sie von dem Vorkaufsrecht absieht.
Warum kann eine Fam. die nicht wirklich viel Steuern bezahlt ( wer etwas anderes weiß soll es mich wissen lassen) so mit den Verantwortlichen Katz und Maus spielen. Ein Gesicht kann der Eigentümer nicht verlieren da er offensichtlich keines hat denn dann würde er sich mal der Öffentlichkeit zeigen und mit der Zeitung ein interview mit Bild und Text machen um alle vorwürfe Vorschläge einfach alles mal öffentlich zu machen um vermutungen verdachte usw. aus dem Weg zu räumen.
Oder gibt es etwas was dann ein Erdbeben auslöst und einige Stühle dann frei werden.
Es gibt nur eine Möglichkeit ( diese Bearbeitung müsste dann aber etwas schneller gehen )
Auflagen setzen, befristet bis Mitte 2010 für beide Gebäude oder Grundstückswert ohne Gebäude auszahlen und noch größeren Schaden vermeiden der nie wieder gut zu machen ist.
Fragen sie doch mal bei der in Mittelhessen größten Volksbank nach, die haben doch eine große Immobilienabteilung die würden den Grundstückswert bestimmt zahlen.
Ich gebe ihnen für den Samen Hahn obligatorische 5,- Euro
und für die alte Post 10,-
wenn sich jemand beteiligen möchte bin ich gerne bereit das Angebot zu überdenken.
Angebote an:
migoho@web.de
(17.11.2009 08:43)
Harry
Herr Möller
Wenn es in der Allgemeinen gut recherchierte Artikel gibt, stammen die meist von Herrn Möller. Immer wieder eine sehr gut Arbeit. Finde ich prima, weiter so. Spannende Themen, guter Überblick und Informationen die man gebrauchen kann.
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