Gießen (mö). Die Auseinandersetzung zwischen der Stadt Gießen und den Discounter-Ketten Aldi und Lidl um den Neubau und die Erweiterung von Märkten wird ab sofort auch juristisch geführt. Dem Gießener Verwaltungsgericht liegt seit Donnerstag eine Klage von Aldi vor.
Hier darf Aldi bislang nicht bauen. Das will das Unternehmen juristisch ändern. (Foto: Schepp)
Das Unternehmen klagt auf Erteilung einer Baugenehmigung für eine Filiale in der Marburger Straße, bestätigte auf AZ-Anfrage Reinhard Ruthsatz, Pressesprecher des Verwaltungsgerichts.
Mit der Klage will Aldi ein Projekt durchsetzen, das im Jahr 2007 für eine heftige Auseinandersetzung zwischen den Eigentümern des Areals an der oberen Marburger Straße und der Stadtpolitik geführt hatte. Das Vorhaben der Unternehmerfamilie Würtele, auf dem Grundstück ihres früheren Autohauses besagten Aldi-Markt anzusiedeln, scheiterte am Veto der Stadtverordnetenversammlung. Sie beschloss für den Geltungsbereich des damals eingeleiteten Bebauungsplans »Marburger Straße/Ludwig-Richter-Straße« eine Veränderungssperre, die es der Stadt ermöglichte, den Bauantrag abzulehnen. Kurz vor Ablauf der zweijährigen Sperre stellten die Investoren im Juli 2009 wieder einen Bauantrag, den die Stadt prompt mit einer neuen Veränderungssperre beantwortete; parallel musste der Bebauungsplan noch einmal eingeleitet werden. Wieder war das Projekt der Würteles und von Aldi blockiert. Diese Blockade soll jetzt auf dem Rechtsweg durchbrochen werden.
Die Stadt lehnt aufgrund des bestehenden (und üppigen) Angebots an Einkaufsmöglichkeiten entlang der Marburger Straße einen weiteren Discounter ab.
Das BID Marktquartier will dauerhaft ein Kinderkarussell auf den
Marktplatz stellen. Damit soll die Trinkerszene verdrängt werden. Was
halten Sie davon?