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Abrissgenehmigung für Bänninger-Ruinen liegt vor

Artikel vom 20.03.2010 - 08.00 Uhr

Abrissgenehmigung für Bänninger-Ruinen liegt vor

Gießen (pd). Erstmals traf sich der »Runde Tisch« mit Vertretern des Magistrats, mit Händlern und Investoren, die die Nutzung des Bänninger-Geländes vorklären wollen. Am Rande wurde bekannt, dass die Stadt die Abrissgenehmigung für die Industriehallen erteilt hat.
Als die heimischen Investoren Daniel Beitlich und Martin Bender im Herbst nach dem Kauf des 110 000 Quadratmeter großen Bänninger-Geländes ihre Pläne zur künftigen Nutzung des Areals im Schiffenberger Tal vorstellten, hagelte es Proteste vor allem aus dem Innenstadthandel. Ein französisches Sportkaufhaus, Märkte für Heimwerkerbedarf und Biowaren sowie ein Schnellrestaurant einer US-Kette sollten unter anderem auf dem ehemaligen Gelände des Herstellers von Fittings angesiedelt werden. Am Donnerstagabend trafen sich Vertreter des Gießener Magistrats mit Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz an der Spitze, des Handels und der BIDs sowie Daniel Beitlich von der »Grundstücksentwicklungsgesellschaft Schiffenberger Weg« zu einem Gespräch am »Runden Tisch«. Die Diskussionsteilnehmer einigten sich darauf, inhaltliche Details in der kommenden Woche bekannt zu geben.

Beitlich berichtete am Freitag auf Anfrage, dass der Grundstücksentwicklungsgesellschaft inzwischen die Abrissgenehmigung vorliegt, die vor allem für die Fläche im südlichen Teil der ehemaligen Industrieansiedlung gilt. Der rund 100 Jahre alte Klinkerbau im Norden des Gebiets steht mittlerweile unter Denkmalschutz. Grundsätzlich bezeichnete Beitlich das Treffen am Donnerstagabend als »fruchtbares Gespräch, das alle Beteiligten weitergebracht hat«.

Auch Heinz-Jörg Ebert, der im Vorfeld der Diskussion die Kritik der vier innerstädtischen BID-Quartiere an den Plänen zur Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel auf dem Bänninger-Areal formuliert hatte, attestierte im AZ-Gespräch, die Stadt sei bemüht, »eine vernünftige und gemeinsame Lösung zu finden«. Der Vorsitzende des BID Seltersweg sagte weiter, vor einer Entscheidung wollten die Beteiligten ein entsprechendes Einzelhandelsgutachten abwarten.

Die Entwicklung von Kaufkraft, Umsätzen und Einzelhandelsflächen spreche gegen die weitere Ansiedlung großflächigen Handels, so Ebert. Beispielsweise sei die Kaufkraft der Menschen in den vergangenen 15 Jahren gesunken. Das gelte auch für die Umsätze im Einzelhandel. Das Flächenangebot sei dagegen von 168 000 auf 282 000 Quadratmeter angewachsen. Leerständen in der Dern-Passage, im City-Center und der Galerie Neustädter Tor dokumentierten die Schwierigkeiten in Teilen des Innenstadt-Handels. »Wenn sich solche Problemzonen vermehren, hat das auch Konsequenzen für funktionierende Geschäftsbereiche«, warnte Ebert.

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