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AZ und Kübel-Stiftung starten Projekt "Literacy"

Artikel vom 12.03.2010 - 21.28 Uhr

AZ und Kübel-Stiftung starten Projekt "Literacy"

Gießen (kw). Singen, Bilderbücher anschauen, Holzklötze stapeln - und die Gießener Allgemeine Zeitung erkunden: In rund 25 Kindertagesstätten in Stadt und Kreis Gießen ist seit Anfang März der Alltag um eine Lernmöglichkeit reicher.
In der Zeitung steht vieles, was schon Dreijährige interessiert, fanden gut 20 Erzieherinnen und ein Erzieher in den AZ-Verlagsr
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In der Zeitung steht vieles, was schon Dreijährige interessiert, fanden gut 20 Erzieherinnen und ein Erzieher in den AZ-Verlagsräumen heraus. Geleitet wurde der Workshop von der Pädagogin und Journalistin Inge Pape (r.). (Foto: Schepp)
Drei- bis Sechsjährige »lesen« jeden Tag die AZ und stellen dabei fest: Darin steht vieles, was sie interessiert. »Sie schneiden zum Beispiel alles aus, was mit der bevorstehenden Dino-Ausstellung zu tun hat«, berichtet eine Erzieherin aus einer der Einrichtungen, die am Projekt »Literacy - Lernen mit Echtzeug« teilnehmen.

Wie berichtet, wollen die Gießener Allgemeine Zeitung und die Karl-Kübel-Stiftung damit gemeinsam die Lese- und Schreibkompetenzen der Kleinen fördern und sie mit der Zeitung vertraut machen. Alle teilnehmenden Kitas erhalten ein Jahr lang täglich zwei Exemplare der AZ. Wozu sie diese nutzen können, war nun Thema eines Auftakt-Workshops in den Verlagsräumen mit über 20 Erzieherinnen und einem Erzieher. Sämtliche Teilnehmer bezeichneten sich selbst übrigens als regelmäßige Zeitungsleser.

Kinder interessierten sich grundsätzlich für Buchstaben und die Bedeutung von Schrift, machte die Pädagogin und Journalistin Inge Pape deutlich, die den Nachmittag leitete. Schon der Kringel eines Vierjährigen als Postkarten-Gruß sei »Literacy«-Ausdruck. Dieses Interesse nutze das Projekt und arbeite mit der Freude an Schriflichem, etwa auch an Büchern. Keinesfalls wolle man kleine Kinder in »unangemessene Lese- oder Schreibübungen zwingen«.

In der Zeitung fänden Kinder »Botschaften aus der Erwachsenenwelt«, eben »Echtzeug« erläuterte die frühere Redakteurin einer Sozialpädagogik-Fachzeitschrift. Zwar könnten sie nicht alle Informationen direkt nachvollziehen, doch etliches berühre durchaus ihren Alltag. Die vielfältigen Inhalte glichen einer »Fundgrube«, schilderte Inge Pape anhand von Beispielen aus den letzten Tagen: Sei es die Ankündigung des ersten Gießener Entenrennens im Lokalteil, ein Artikel über die »Suche nach Außerirdischen« auf der Wissenschaftsseite, das Bild von der Kirche im eigenen Dorf, die Familienannonce zur Geburt eines Nachbarkindes oder der Klavierkauf über die Kleinanzeige.

Weitere Beispiele suchten die Teilnehmerinnen dann selbst aus AZ-Ausgaben heraus - und fanden fast auf jeder Seite Dinge, die Kinder ansprechen. Naturgemäß sind das zunächst Bilder und Symbole, etwa bei Wetterkarte, Comics, Tierfotos, Fernsehprogramm, Sportberichten oder Werbeanzeigen. Aber auch Artikel über Streiks, Kriege, Todesanzeigen böten Anlass zu Gesprächen über die Welt, in der Kinder leben.



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