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AKH will das »Sprachrohr des Handels« bleiben

Artikel vom 17.04.2009 - 21.30 Uhr

AKH will das »Sprachrohr des Handels« bleiben

Gießen (pd). Mit seinem Namen sind Krämermarkt und »Kunst in der City« untrennbar verbunden, so manches »Moonlight Shopping« stand unter der Regie des Arbeitskreises Handel, und bis 1992 wurde sogar das Gießener Stadtfest vom AKH organisiert. Die Zeiten, in denen der Zusammenschluss Gießener Händler Feste organisiert, Öffnungszeiten empfiehlt oder bei Diskussionen über Grundsatzentscheidungen im innerstädtischen Handel die Richtung vorgibt, gehören zwar der Vergangenheit an. Von der Bildfläche verschwunden ist der AKH aber noch lange nicht.
Sieht den AKH in der Rolle des »Vordenkers«: Robert Balser.
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Sieht den AKH in der Rolle des »Vordenkers«: Robert Balser.
Wo die künftigen Schwerpunkte liegen und warum er den Arbeitskreis auch in Zukunft als »Sprachrohr des Handels« sieht, darüber sprach Vorsitzender Robert Balser jetzt mit der Allgemeinen Zeitung.

Formal bildet der AKH inzwischen einen von fünf Arbeitskreisen innerhalb des Vereins »Gießen aktiv«, die Zahl der Mitgliedsbetriebe hat sich auf etwa ein Dutzend reduziert. Die Aufgaben des Arbeitskreises, der in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag feiert, sieht Balser dann auch stärker im strategischen als im operativen Bereich. Der Juwelier, der den AKH seit 1995 führt, beurteilt die neuen städtischen Marketingstrukturen grundsätzlich positiv. »Mit dem ehrenamtlichen Engagement früherer Zeiten wäre es auf Dauer nicht möglich gewesen, Gießen als Oberzentrum zu etablieren.« Allein die Tatsache, dass die Finanzierung von Veranstaltungen immer nur für ein Jahr gesichert war und dass sämtliche Beteiligten als »Feierabendmanager« aktiv gewesen seien, hätte den Handlungsspielraum deutlich eingeengt. Durch ein professionelles Stadtmarketing und die Aktivitäten der vier BID-Vereine sieht der 48-Jährige Gießen auf dem richtigen Weg, die Stellung der Stadt als Oberzentrum »inhaltlich und qualitativ zu steigern«.

Apropos Qualität: Eine der wichtigsten künftigen Aufgaben besteht für Balser darin, Veranstaltungsformate zu finden, die speziell auf Gießen und seine Besonderheiten zugeschnitten sind. Dabei sollte man sich von der Maxime »Hauptsache Quantität« verabschieden. Tabus dürfe es bei solchen Überlegungen auch für Traditionsveranstaltungen nicht geben. »Wir sollten beispielsweise für Formate wie den Krämermarkt zeitgemäße Inhalte finden.« Wie diese exakt aussehen sollen, ließ Balser offen. Er verdeutlichte aber, »dass wir für Veranstaltungen in Gießen eine andere Qualität brauchen, als sie die Märkte in den umliegenden Gemeinden zu bieten haben«. Dies sei etwa beim Stadtjubiläum oder der »Zeitenwende« gelungen. Und auf diesem Feld sieht der 48-Jährige auch eine der künftigen Betätigungsmöglichkeiten des AKH.

Über die grundsätzliche Aufgabe hinaus, die Stadtmarketing GmbH mit »Teamchef« Sadullah Gülec zu unterstützen, kann sich Balser den Arbeitskreises Handel in einer Rolle als »Vordenker« und »Expertengremium« vorstellen. Das Potenzial zur Verbesserung der Position Gießens als Oberzentrum seien durch die BIDs und die Stadtmarketing GmbH geschaffen worden. Nun gelte es, Ziele und Visionen zu entwickeln und zu formulieren, »wo wir Gießen in zehn Jahren gerne hätten«. Zur Umsetzung dieser Ziele müssten Kommunikation und Kooperation zwischen Handel und Politik verstärkt werden. »Wir sollten das Lagerdenken überwinden. Beide Seiten haben doch nicht grundsätzlich gegenläufige Interessen.« Als gutes Beispiel für eine gelungene Zusammenarbeit nannte Balser die aktuelle Baustelle in der Fußgängerzone, die in Absprache zwischen Handel und Stadtverwaltung konzipiert worden sei.

Grundsätzlich wünscht sich der AKH-Chef, dass die an Entscheidungen beteiligten Gruppen das Machbare stärker in den Blick nehmen. »Die Möglichkeit der Umsetzung von Zielen sollte im Vordergrund stehen, nicht die des Verhinderns«, erhofft sich der Arbeitskreis-Vorsitzende auch für Gießen eine Grundhaltung, die sich an der Formel »Yes, we can« orientiert. (Foto: pd)

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