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500 Landesbedienstete bei Demo zum Warnstreik

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Artikel vom 11.03.2015 - 21.42 Uhr

500 Landesbedienstete bei Demo zum Warnstreik

Gießen (pd). Heilpädagogen aus Frankenberg waren ebenso vor Ort wie Angestellte der Friedberger Blindenschule, Waldarbeiter aus Königstein und Chemisch-Technische Assistenten der Universität Marburg. Rund 500 Tarifbeschäftigte des Landes Hessen und angestellte Lehrer zogen am Mittwoch durch die Innenstadt.

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Mit Helm, Säge und Holzstämmen sind Waldarbeiter aus ganz Hessen bei der Demo von Landesbediensteten durch die Innenstadt unterwegs. (Foto: Schepp)
© Oliver Schepp
Mit ihrem Warnstreik wollten die Landesbediensteten auf die aktuelle Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst hinweisen. Die Gewerkschaften – zum Protest aufgerufen hatten Verdi und die GEW – fordern unter anderem eine Einnahmeverbesserung um 5,5 Prozent, eine verbindliche Übernahme von Auszubildenden sowie eine Steigerung der Ausbildungsentgelte um 100 Euro. Als sich der Demonstrationszug um kurz nach halb elf in Bewegung setzte – zuvor hatte man sich im Streiklokal »Kinopolis« getroffen –, kam man sich fast vor wie beim Formel 1-Rennen. Außer den üblichen Trillerpfeifen hatten Mitarbeiter von Hessen-Forst Motorsägen im Einsatz, aus Sicherheitsgründen allerdings ohne den im Wald üblichen Kettenantrieb. »Wir sind es wert« und »Lehrjahre sind keine Betteljahre« stand auf den Plakaten der Demonstranten bei ihrem einstündigen Zug über Neuen Bäue, Kirchenplatz, Walltorstraße und Anlagenring zum Rathausvorplatz.

+++ Mehr Fotos vom Warnstreik in der Bildergalerie

Dort gab es eine von Gewerkschaftssekretär Peter Wadakur moderierte Abschlusskundgebung mit rund einem halben Dutzend Rednern. Es dürfe keinen Kahlschlag für Arbeitnehmerrechte geben, forderte Sibylle Lust. »Von Arbeitgeberseite liegt zu wenig auf dem Tisch«, spielte die stellvertretende Landesbezirksleiterin der Gewerkschaft auf die erste Verhandlungsrunde mit Innenminister Peter Beuth vom Freitag an. Für die GEW hatten Volrad Döhner und Annette Post-Richter das »Unwesen mit befristeten Verträgen« an Schulen und Universitäten kritisiert. Klaus-Dieter Körner von der IG Bauen, Agrar Umwelt bewertete das Arbeitgeberangebot als »Geringschätzung unserer Arbeit«. Weitere Beiträge kamen von Verdi-Beamtensprecher Andreas Springer vom Regierungspräsidium sowie Jugendvertretern von Universität und Landeslabor. »Streiksänger« Ernst Schwarz sorgte für die Musik.

Der Unterrichtsausfall an heimischen Schulen hat sich offenbar sehr in Grenzen gehalten. »Wir haben keine Rückmeldungen«, sagte Heinz Kipp auf GAZ-Anfrage. Die Schulleiter seien angewiesen, Lehrkräfte, die an der Demonstration teilgenommen haben, zu melden, so der Leiter des Staatlichen Schulamts. Versäumte Stunden würden den Lehrern vom Gehalt abgezogen. Vertreten beim Demonstrationszug waren am Mittwoch vor allem Förderschulpädagogen, unter anderem von der Gießener Albert-Schweitzer- und der Martin-Buber-Schule.

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Artikel vom 11.03.2015 - 21.42 Uhr
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