Gießen (ti). Sie versprechen mehrstellige Eurobeträge, LCD-Fernseher, Küchenmaschinen und vieles mehr, wenden sich mit ihren Angeboten vorwiegend an ältere Menschen. Die Rede ist von Veranstaltern unseriöser Kaffeefahrten, die es immer wieder schaffen, dass gutgläubige Bürger auf ihre trickreichen Maschen hereinfallen.
Eine neue Masche, um Leute zu ködern: Ein Anbieter von Kaffeefahrten verschickte 50-Euro-Gutscheine, die angeblich bei namhaften Unternehmen einlösbar sind. Das ist falsch. (Foto: Schepp)
Cornelia Klinke flatterte Anfang Dezember die Einladung zu einer solchen Veranstaltung, der »Januar-Gala 2009«, ins Haus. Für die Lützellindenerin eigentlich nichts Neues, denn sie bekommt mehrmals im Jahr derartige Post. In diesem Fall allerdings war etwas anders: Es gab zusätzlich einen 50-Euro-Gutschein »für ihren ganz persönlichen Wunsch im Jahr 2009«. Angeblich einzulösen bei namhaften Unternehmen wie Karstadt, Kaufhof, Quelle oder C&A. Die jedoch wissen nichts von einer solchen Aktion.
»Es gibt diesbezüglich keinerlei Abstimmung mit unserem Unternehmen«, sagt der Personal- und Organisationsleiter der Galeria Kaufhof, Rudolf Engel, im Gespräch mit der Allgemeinen. Der Vorgang selbst sei dem Unternehmen bekannt und liege der Rechtsabteilung in Köln vor. Einige Kunden seien bereits in der Gießener Filiale vorstellig geworden, um den Gutschein einzulösen. »Wir sind aber klar angewiesen dies nicht zu tun«, so Engel.
Bei Karstadt in Gießen hat bis dato zwar noch niemand den Coupon vorgelegt; dass diese kursieren, ist Geschäftsführer Lothar Schmidt aus anderen Filialen aber bekannt. »Wir gehen bereits dagegen vor«, sagt Schmidt. Die Rechtsabteilung in Essen wisse Bescheid.
Auch die Rechtsabteilung der Firma Quelle bestätigt in einem Schreiben, »dass unser Haus hiermit nichts zu tun hat«. Dort geht man davon aus, »dass ein anderes Unternehmen unzulässigerweise Werbung mit unserem Namen macht«. Unlauterer Wettbewerb also, und dahingehend ermittelt auch die Polizei. »Um Betrug handelt es sich in diesem Fall nicht, weil kein Schaden entstanden ist«, erklärt Polizeipressesprecher Gerald Frost auf Anfrage. Er empfiehlt, solche Schreiben »gleich in die Tonne zu werfen«. Das Verschicken von derartigen Gutscheinen in Verbindung mit einer Einladung zur Kaffeefahrt hält Frost für eine neue Masche zumindest für den Raum Mittelhessen. »Die versuchen eben immer etwas Neues, um Leute zu ködern.«
Einfach erreichbar ist der Absender von Einladung und Gutschein nicht. Das Antwortschreiben - sollte sich der Empfänger für eine Teilnahme an der Kaffeefahrt entscheiden - ist an ein Service-Büro mit Postfach in Frankfurt adressiert. Telefonnummer oder E-Mail-Adresse - Fehlanzeige. Gibt man die vorhandenen Informationen bei einer Internet-Suchmaschine ein, stößt man auf Hinweise, wonach sich hinter dem Service-Büro die Firma FFO verbirgt, zumindest ist in beiden Fällen das gleiche Postfach angegeben. Beide Unternehmen stehen im Netz in Verbindung mit unseriösen Kaffeefahrten.
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