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460 Ernährungsberaterinnen bei UGB-Tagung in Uni-Aula

Artikel vom 10.05.2010 - 02.00 Uhr

460 Ernährungsberaterinnen bei UGB-Tagung in Uni-Aula

Gießen (if). Eine bunte Themenmischung stand auf dem Programm der zweitägigen Tagung, zu der der Verband für Unabhängige Ernährugnsberatung (Wettenberg) in die Gießener Universitätsaula eingeladen hatte. 460 Gesundheits- und Ernährungsberaterinnen waren gekommen mit dem Ziel, ihren Blick für kritische Entwicklungen zu schärfen.
Unter der fachlichen Leitung von Thomas  Männle und Wiebke Franz stand die zweitägige Tagung »Ernährung aktuell« der Wettenberge
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Unter der fachlichen Leitung von Thomas Männle und Wiebke Franz stand die zweitägige Tagung »Ernährung aktuell« der Wettenberger UGB-Akademie in der Uni-Aula. (Foto: Schepp)
»Alles ausgebucht«, strahlte am Freitagmorgen Dipl.oec.troph. Thomas Männle vom Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung im Uni-Hauptgebäude. Noch ehe die zweitägige Fachtagung des in Gießen begründeten, derzeit in Wettenberg ansässigen Vereines unter seiner und der Leitung von Wiebke Franz richtig begonnen hatte, füllten 460 Gesundheits- und Ernährungsberaterinnen die Uni-Aula bereits bis auf den berühmten letzten Platz: Eine bunte Mischung von Ernährungsthemen stand auf dem Programm mit dem Ziel, den Blick für kritische Entwicklungen zu schärfen. Sind Lebensmittel immer das, was sie zu sein scheinen? Wird den Verbrauchern Qualität nur vorgegaukelt? Aber auch die Frage, ob die bei Erzeugung und Verarbeitung im Nahrungsmittelgewerbe Tätigen fair entlohnt sind, wurde aufgeworfen.

Zunächst jedoch bekamen die an dem ohnehin unfreundlichen Maimorgen angereisten Gäste aus ganz Deutschland und dem deutschsprechenden Ausland eine kühle Dusche: »Wir leben auf zu großem Fuß«, lautete das Resümee des Auftaktreferates von Katie Meinhard, Mitarbeiterin von Dr. Karl von Koerber aus dem Fach »Nachhaltige Ernährung« der TU München. Der »ökologische Fußabdruck«, der diesen Befund nahelegt, wurde als innovatives System zur Bewertung des Ressourcenverbrauchs geschaffen. Er ermittelt, welche Fläche benötigt wird, um die Rohstoffe zur Verfügung zu haben, die ein Mensch für Ernährung, Konsum, Mobilität und Energiebedarf benötigt. Weltweit liegt dieser Wert derzeit bei 2,7 gha (globaler Hektar). Damit ist er schon jetzt um 30 Prozent höher als die nachhaltig verfügbaren Ressourcen: Der Mensch lebt nicht mehr von den Zinsen der Natur, sondern verbraucht bereits deren Kapital.

Um einen artenreichen Planeten zu erhalten, müssen nach diesem Berechnungsmodus noch weitere Flächen für die wachsende Weltbevölkerung reserviert werden, sodass letztlich ohnehin heute schon weltweit pro Kopf nur rund 1,7 gha verfügbar sind. Deutschland lebt in dieser Hinsicht mit rechnerisch ermittelten vier gha pro Person weit über seine Verhältnisse.

Was also tun? Gibt es eine Möglichkeit, den Ressourcenverbrauch zu verringern? Über Lebensmittelverbrauch beispielsweise und Ernährungsverhalten? Ja, sagen die Münchner Wissenschaftler: Weil beispielsweise pflanzliche Lebensmittel weniger Ressourcen verbrauchen als tierische Produkte, sollte man sie bevorzugen. Generell sollten Nahrungsmittel saisonal, ökologisch erzeugt und geringer verarbeitet von regionalen Erzeugern auf den Markt kommen. Und da ein Viertel aller Lebensmittel »verschwendet« werde, sollte man dieser Verschwendung Einhalt gebieten.

Katie Meinhard nannte Einzelbeispiele. Danach ist ihren Berechnung zufolge in Deutschland Schweinefleisch wegen seines geringeren Ressourcenverbrauchs Rind- und Kalbfleisch vorzuziehen. Käse dagegen schlägt stärker zu Buche als Milch und Joghurt. Softdrinks sind günstiger als Wein, der wiederum günstiger ist als Kaffee und Tee. Andererseits benötigt Bio-Wein mehr Ressourcen als konventionell erzeugter, während umgekehrt Bio-Äpfel in der Öko-Bilanz günstiger dastehen als konventionell erzeugte Früchte.



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Artikel vom 10.05.2010 - 02.00 Uhr
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