Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Stadt » Übersicht »

2010 ist ein Jahr ohne Schmetterlinge

Artikel vom 07.09.2010 - 23.15 Uhr

2010 ist ein Jahr ohne Schmetterlinge

Gießen (pm). Vielen aufmerksamen Naturbeobachtern ist in diesem Sommer aufgefallen, dass es auch in Gießen und Umgebung so gut wie keine Schmetterlinge zu sehen gab. Die Mitarbeiter der Naturschutzbehörden haben dafür jedoch eine Erklärung.
Wer im kommenden Jahr wieder mehr Schmetterlinge wie diesen Schwalbenschwanz in seinem Garten haben will, der sollte jetzt im He
Lupe - Artikelbild vergrössern
Wer im kommenden Jahr wieder mehr Schmetterlinge wie diesen Schwalbenschwanz in seinem Garten haben will, der sollte jetzt im Herbst die richtigen Pflanzen eingraben, empfehlen Umweltexperten. (Foto: pv)
»Daran ist nicht - wie man zunächst meinen könnte - der lange kalte Winter schuld, sondern die nassen und kalten Monate April und Mai in diesem Jahr«, schildert Sigrid Brühl von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Gießen, und Ernst Brockmann von der Naturschutzbehörde des Landkreises Gießen fügt hinzu: »Langfristig viel schlimmer ist für unsere Schmetterlingsarten allerdings, dass sie im Sommer zunehmend keine geeignete Nektarpflanzen mehr finden. Wenn im Juni und Juli die Wiesen gemäht und die Gräben an den Feldwegen geräumt sind, fehlen unseren Schmetterlingen einfach die Blüten als Nektarquelle. Gärten mit reichhaltiger Blumenpracht können dann vielen Schmetterlingen das Überleben sichern.«

Aber nicht jede Blüte eigne sich dazu, so die Schmetterlings-Experten. So seien Züchtungen mit gefüllten Blüten oft »taub«, also ohne Nektarangebot. Rosen, Tulpen, Dahlien, Gladiolen und andere Zierblumen seien zwar schön anzusehen, aber sie würden nicht von Schmetterlingen besucht. Wer aber im Garten die blaue Buddleja, Blaukissen, Küchenschelle, Skabiosen, Phlox, Bartnelken, Lavendel, Flockenblume, Distel, Dost, Thymian, Sonnenhut, Wasserdost und Astern wachsen lasse, der könne sicher sein, dass hier Schmetterlinge auch Nahrung finden.

»Artenschutz kann bereits vor der Haustüre beginnen«, befindet auch die Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Gerda Weigel-Greilich, »und das Gaukeln der Schmetterlinge von Blüte zu Blüte ist ein schöner Dank an alle Gartenbesitzer.«

Der Herbst ist Pflanz- und Staudenzeit - so kann jetzt schon bei der Neugestaltung und Ergänzung des Pflanzenbestandes im eigenen Garten an kommende Schmetterlingsgenerationen gedacht werden. Wem also aufgefallen ist, dass es keine Schmetterlinge mehr im Garten gibt, der kann in den nächsten beiden Monaten mit wenig Kosten und geringem Einsatz daran etwas ändern. Die Liste der vor allem blau und rot blühenden Nektarpflanzen für Schmetterlinge ist durchaus lang und ihre Blüten sind eine echte Zierde für jeden Garten.

Zwar wird man damit keine neuen Lebensräume schaffen und verschwundene Arten wieder ansiedeln, aber den in der Umgebung noch vorkommenden Schmetterlingen das Überleben erleichtern. Und wer dann noch etwas Toleranz und Platz für Wildkräuter in seinem Garten übrig hat, der wird auch den Raupen vieler Schmetterlingsarten einen Lebensraum bieten können. Und vielleicht gibt es dann im nächsten Jahr wieder viele neue bunte Schmetterlinge in unseren Gärten zu beobachten.

Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 07.09.2010 - 23.15 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang