Anbauverbot von Genmais: Uni Gießen nicht betroffen
Gießen (si). Die Entscheidung von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, den Anbau der gentechnisch veränderten Maislinie MON 810 in Deutschland zu verbieten (siehe Seite 1), hat keine Folgen für die Justus-Liebig-Universität.
Die Hochschule hatte Kreuzungen dieser Pflanze zwar mehrere Jahre bei Wertprüfungsversuchen im Auftrag des Bundessortenamtes angebaut, im vergangenen Herbst jedoch einen dauerhaften Verzicht darauf angekündigt. Daran habe sich nichts geändert. »Es gibt keine Planungen für neue Wertprüfungsversuche mit MON 810«, teilte die Universität auf Anfrage der Allgemeinen Zeitung gestern mit.
An der Justus-Liebig-Universität hatte der Agrarwissenschaftler Prof. Wolfgang Friedt (Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung) die Versuche durchgeführt. Nachdem die Öffentlichkeit lange Zeit keine Notiz davon genommen hatte, gab es 2007 erstmals größere Proteste - im Mittelpunkt stand hier die Aussaat von mehreren gentechnisch veränderten Maissorten auf einem Feld in der Gießener Weststadt. Es wurde dann von Unbekannten ebenso zerstört wie ein weiteres von der Justus-Liebig-Universität betriebenes Versuchsfeld in Groß-Gerau. Im vergangenen Jahr wollte Friedt den Versuch nahe Rauischholzhausen wiederholen. Nach weiteren Protesten aus der Öffentlichkeit nahm die Hochschule dann davon Abstand, um später den dauerhaften Verzicht auf Wertprüfungsversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen bekanntzugeben.
Unberührt davor sind die Versuche mit transgener Gerste, die der Gießener Biologe Prof. Karl-Heinz Kogel mit Bundesmitteln im Rahmen der Biosicherheitsforschung durchführt. Diese liefen zunächst im Alten Steinbacher Weg. Unbekannte Täter zerstören dort zweimal Teile der Aussaat. Kogel legte den Versuch daraufhin in diesem Frühjahr auf einem Feld in Mecklenburg-Vorpommern neu auf. Dabei kooperiert er mit der Universität Rostock.
Gießen (cw). Im letzen Jahr kamen 15.000 Besucher zur ersten Auflage der Messe »Garten Blumen Frühling« in die gießener Messehallen. In diesem Jahr locken 100 Aussteller auf 5.000 m² zum Besuch bis Sonntag, 14. März.