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Voller Tatendrang: Dr. Ute Riese spricht über ihr erstes Jahr als Kunsthallen-Kuratorin

Artikel vom 29.07.2010 - 19.00 Uhr

Voller Tatendrang: Dr. Ute Riese spricht über ihr erstes Jahr als Kunsthallen-Kuratorin

Dr. Ute Riese ist voller Tatendrang. Ein Gespräch, das als Bilanz zu ihrem ersten Jahr als Kuratorin der Kunsthalle Gießen gedacht war, wird flugs erweitert zu einem ersten Kennenlernen von Gunilla Jähnichen, der Künstlerin der kommenden Ausstellung im September.
Kuratorin Dr. Ute Riese (l.) diskutiert mit der Künstlerin Gunilla Jähnichen am Modell der Kunsthalle die Hängung für die nächst
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Kuratorin Dr. Ute Riese (l.) diskutiert mit der Künstlerin Gunilla Jähnichen am Modell der Kunsthalle die Hängung für die nächste Ausstellung. (Foto: dkl)
Auch die neuen studentischen Mitarbeiterinnen sind schon da und nehmen mit Feuereifer an dem Vorbereitungsgespräch zur Ausstellung teil.

Ist es nicht anstrengend, jedes Mal andere Mitarbeiter einzuarbeiten? »Schon«, gesteht Riese, »aber ich liebe die Arbeit mit jungen Leuten und freue mich ungemein, wenn die hier was lernen können.« Nur am Anfang ihrer Tätigkeit hatte sie eine entsprechende Notiz an die Institute für Kunstgeschichte und Kunstpädagogik der Uni gegeben, dass sie Praktikanten suche. »Seitdem ist das ein Selbstläufer, es kommen laufend Bewerbungen herein.«

Ihre Bilanz fällt rundum positiv aus: Was sie bisher an Ausstellungen organisiert hat, konnte überregionale Aufmerksamkeit erlangen und sprach auch viele Gießener Kunstinteressierte an. Zwar ist auch ihr Etat eingeschränkt worden, den sie unter anderem für Werbung in Kunstzeitungen genutzt hat. Doch nimmt sie es sportlich und sieht es als Ansporn, künftig mehr Sponsorengelder von außerhalb einzuwerben. »Schließlich können wir auf drei bemerkenswerte Publikationen verweisen, die alle etwas Besonderes haben.« Das ist bei Anke Doberauer das Großformat, bei Berresheim und Oehlen die Gestaltung durch die Künstler selbst und bei Trevor Paglen dessen erste deutschsprachige Publikation überhaupt. Alle werden von den Kunstschaffenden und den sie vertretenden Galeristen in die Kunstwelt hinausgetragen, sind auf den aktuellen Kunstmessen präsent. Die Kunsthalle Gießen wird bekannt.

Ihre zahlreichen Kontakte, die sie vor ihrer Gießener Zeit deutschlandweit knüpfen konnte, kann die promovierte Kunsthistorikerin gut nutzen. »Es passieren immer wieder schöne Dinge«, erzählt sie begeistert. »Empfehlungen werden weitergegeben, Künstler von weither haben unerwartet Kontakte in die Region Mittelhessen, renommierte Kunsthistoriker interessieren sich für die Kunsthalle Gießen.« Und für die kompetente Arbeit von Riese, sollte wohl hinzugefügt werden. Auch sonst geht es ihr gut: Sie liebt ihren Job, fühlt sich wohl im neuen Rathaus, in der Kooperation mit den Kollegen und den Ehrenamtsmitarbeitern, die für die Kunsthallenaufsicht sorgen.

Was wäre noch verbesserungswürdig? »Ausbaufähig« lautet Rieses Relativierung. Das pädagogisch-didaktische Programm werde gut angenommen, auch wenn die Schulen es durchaus noch intensiver nutzen könnten, so ihr Wunsch. Derzeit herrsche die übliche Sommerflaute, doch das sei in anderen vergleichbaren Häusern ebenso. Neben Kinderführungen hat sie Führungen für Familien und Senioren neu eingeführt, ebenso für Gehörlose. »Im Prinzip sind unterschiedlichste auf Zielgruppen abgestimmte Führungen möglich, doch das ist natürlich eine Frage der personellen Kapazität.« Ein Stück weiter kommt sie mit ihrem Lehrauftrag bei den Gießener Kunstpädagogen im Wintersemester, in dem es um Entwicklung von Rahmenprogrammen und Führungskonzepten für Ausstellungen gehen soll.



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Artikel vom 29.07.2010 - 19.00 Uhr
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