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Untote zu später Stunde im TiL

Artikel vom 18.11.2011 - 17.41 Uhr

Untote zu später Stunde im TiL

In dieser Spielzeit bevölkern Rebellen in großer Zahl die Stadttheaterbühne. Am Donnerstag hatten jedoch die Zombies das Theaterstudio fest im Griff.

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»The Zombie in me« mit (von links) Melanie Schumann, Roman Kurtz, Alina Bauer und Ana Kerezovic. (gl)
In der für Skurriles offenen Late-Night-Reihe »Nachtschattengewächs« ließen der für das Konzept zuständige Milan Pešl und seine Schauspielkollegen die Untoten ihr Unwesen treiben. Ana Keresovic und Roman Kurtz lasen Auszüge aus Gedichten von Gottfried Benn und Texten von Charles Bukowski und William S. Burroughs. Als hirnlos dreinschauender Barbieverschnitt taumelte Melanie Schumann durch die Szenerie und kochte auf einer Herdplatte Fleisch in Rotwein, sodass zur optischen und akustischen Gruselinvasion aus dem Schattenreich auch noch unangenehme olfaktorische Eindrücke hinzukamen. Milan Pešl an der E-Gitarre und Alina Bauer auf der Geige gaben verzerrt klingende musikalische Akzente und in Videoeinspielungen wurden Auszüge aus Horror- und Zombiefilmen eingestreut.

Hatten Keresovic in Strandkleidung und Kurtz mit Bademantel im Rollstuhl sitzend noch harmlos gewirkt, wandelte sich dieser Eindruck im Laufe der einstündigen Performances zunehmend. Steckt nicht ein bisschen Zombie-Mentalität in jedem von uns? Irre Blicke und weiß geschminkte Gesichter korrespondierten mit den makaber-morbiden Texten. Benns Gedicht »Schöne Jugend« über die Obduktion eines tot im Schilf gefundenen Mädchens, oder seine Verse »Kleine Aster« mit ähnlicher Thematik, Auszüge aus Pop-Ikone William S. Burroughs Buch »Junky« oder Charles Bukowskis Kurzgeschichten waren weitere Zutaten im Zombie-Cocktail. Die Worte »Are we dead« waren zu Beginn der Performance auf den Wänden und Monitoren aufgeleuchtet, am Ende stand da »They are us« – und so wurden die Zuschauer zu später Stunde dann mit einem durchaus mulmigen Gefühl in die dunkle Nacht entlassen. gl

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Artikel vom 18.11.2011 - 17.41 Uhr
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