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Open-Air-Galerie feiert viel beachtete Premiere im Neuenweg

Artikel vom 01.08.2010 - 18.46 Uhr

Open-Air-Galerie feiert viel beachtete Premiere im Neuenweg

Die Open-Air-Galerie hat am Samstag ihre viel beachtete Premiere im Neuenweg gefeiert. Nächster Termin Ende August mit weiteren Akteuren steht schon fest.
Die teilnehmenden Künstler samt einigen Kunstwerken auf einen Blick mit Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich (5. v. l.) und den
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Die teilnehmenden Künstler samt einigen Kunstwerken auf einen Blick mit Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich (5. v. l.) und den beiden Organisatoren Richard Stephan (3. v. l.) und Dieter Schormann (mit rotem Schal) vom Neuenweg-Verein. (Foto: khn)
Samstag, 11.23 Uhr, Neuenweg. Jochen Hillmann schlendert bei Sonnenschein Richtung Seltersweg. Er will einkaufen. Auf der Hälfte des Weges bleibt er vor Patrick Müller stehen. Der 20-Jährige sitzt auf den Knien auf einem Kissen. Ein schwarz-graues Gemälde, das ein nackte Frau zeigt, liegt vor ihm. Schwungvoll bewegt er seinen Pinsel über die Leinwand, setzt akzentuiert Striche. Als Hillmann erfährt, dass hier zum ersten Mal die Open-Air-Galerie stattfindet, sagt er: »Das ist eine tolle Idee. Endlich wird jungen Künstlern die Chance gegeben, sich in der Öffentlichkeit präsentieren zu können.« Er lächelt und fügt hinzu: »Das hat Gießen bisher gefehlt.«

Organisiert hat das Kunstevent der Neuenweg-Verein, präsentiert wird es von der Gießener Allgemeinen. »Wir haben 13 Staffeleien an Künstler aus der Region vergeben«, erzählt Richard Stephan, Inhaber des gleichnamigen Fotogeschäfts im Neuenweg. »Es ist vor allem für die interessant, die keine Massenveranstaltungen wie Fluss mit Flair stemmen können.« Es herrsche eine unkomplizierte, leichte Atmosphäre.

Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich begrüßt die Künstler mit einem Rückblick in ihre Kindheit. »Früher besuchte ich die Liebigschule, und da habe ich den Neuenweg immer als Zuweg zum Seltersweg empfunden«, erzählt sie. »Es ist gut, dass die Vereinsmitglieder gesagt haben: ›Wir schaffen dem Neuenweg eine neue Identität‹.« Das gelinge immer mehr. Mit dem Rathaus, dem Standort der Fachhochschule und dem geplanten Kino werde sich außerdem der Charakter der Einkaufsstraße ändern. »Dann wird sie zum Hauptweg Richtung Innenstadt.« Mit dem Konzept »Kunst, Kultur und Bildung« seien die Geschäftsinhaber auf dem richtigen Weg.

Müller ist einer der 13 Künstler, die sich und ihre Arbeiten entlang der Einkaufsstraße präsentieren. »Malerei macht mir Freude, ich verfolge sie aber nicht verbissen«, sagt er, während er an seinem Gemälde arbeitet. »Ich habe eher Interesse an konzeptionellen Dingen«, betont der Gießener, der bald ein Studium der Grafik- und Buchkunst in Leipzig anfangen wird. Wie er auf die Open-Air-Galerie aufmerksam geworden ist? »Ich habe den Artikel in der Zeitung gelesen und mich gemeldet.« Besonders gefalle ihm an der Idee, dass es so eine Plattform gebe, auf der man sich mit Künstlern und Kunstinteressenten austauschen kann - »nicht übers Internet, sondern live«.

Für die Gießener Allgemeine ist Korrektor Wolfgang Schmelz dabei. Er ist Hobby-Karikaturist und zeichnet eine seiner Spezialitäten: den hessischen Löwen. Seine Lieblingsmotive seien jedoch Menschen, erzählt er. Deswegen habe sein Raubtier auch humane Züge, lese Zeitung und schlürfe Limonade, »Ich mache das, seitdem ich zeichnen kann«, erzählt er. Wie er an seine Zeichnungen herangeht? »Ich beobachte zuerst das Objekt, das ich karikieren will, ganz genau und frage mich, was dessen Wesen ausmacht. Dann wird vereinfacht.«

Richard Stephan zieht am Nachmittag ein positives Fazit: »Es war ein guter Anfang«, sagt er. »Die Künstler waren begeistert, es wurde sogar ein Bild verkauft.«

Für den nächsten Termin Ende August wollen sich die Veranstalter vornehmen, weitere Künstler für die Open-Air-Galerie zu begeistern. »Wir möchten noch mehr Schirme aufstellen und so die jeweiligen Staffeleien dichter aneinanderstellen.«

Wer beim nächsten Mal mit dabei sein will, kann sich bei Stephan unter Telefon 3 40 41 anmelden. Er sollte sich aber beeilen, denn Stephan betont: »Es ist schon wieder die Hälfte der Staffeleien vermietet.« khn

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Artikel vom 01.08.2010 - 18.46 Uhr
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